Full text : München als Industriestadt

53

der  bisher  ausschließlich  benutzten  Chromolithographie  gegeben ­
  wird.  Der  Kunst-  und  Farbendruck,  den  die  Firma  wie
alle  größeren  Betriebe  sorgfältig  pflegt,  ist  in  erster  Linie
beeinflußt  von  den  Fortschritten  auf  dem  Gebiete  der  Chemigraphie, ­
  besonders  der  Zinkätzung,  der  schon  genannten  Auto
typie,  der  Zwei-,  Drei-  und  Vierfarbenätzung  und,  als  Ursprungswissenschaft
  von  all  diesen,  der  Farbenphotographie.
In  unseren  Tagen  leitet  die  Lumieresche  Farbenphötographie
Umwälzungen  im  Farbendruck.  Je  naturgetreuer  und  billiger
die  Reproduktionsverfahren  für  Hochdruck  werden,  desto  häufiger ­
  kann  zur  Ausstattung  von  Werken  mit  Bildern  übergegangen ­
  werden,  desto  wohlfeiler  können  Reproduktionen
nach  Gemälden  bester  Meister  ins  Rublikum  getragen  werden,
desto  mehr  wird  auch  der  Buchdruck  auf  jene  Gebiete  übergreifen ­
  können,  die  jetzt  noch  ausschließlich  dem  Lichtdruck,
der  Lithographie,  der  Heliogravüre  und  anderen  Vorbehalten
sind,  infolge  der  allzuhohen  Klischeekosten,  was  namentlich
für  die  Münchener  Betriebe  erschwerlich  ins  Gewicht  fällt.
Heute  sind  bei  Firma  Bruckmann,  A.  G.,  31  Druckmaschinen ­
  und  20  Hilfsmaschinen  in  der  Buchdruckerei  im  Betrieb,
die  Klischeefabrik  arbeitet  mit  30,  die  Galvanoplastik  mit  10
und  die  Buchbinderei  mit  6  Haupt-  und  Hilfsmaschinen.  Alle
Errungenschaften  der  neuzeitlichen  Technik  fanden  hier  zweckmäßige ­
  Anwendung.  Die  moderne  Entwicklung  drängte  die
Antriebarten  von  Gas-,  Petroleum-  und  Benzinmotoren  zurück
und  setzte  an  ihre  Stelle  den  meist  wohlfeileren,  einfacheren
und  leichter  zu  bedienenden  Betrieb  durch  Elektromotore.
Um  endlich  auch  die  kraftverzehrenden  und  in  mannigfachen
Beziehungen  lästigen  Transmissionen  zu  ersparen,  wird  der
ursprünglich  übliche  Gruppenantrieb,  der  alle  Maschinen  durch
einen  stärkeren  Motor  mittelst  Transmissionen  in  Bewegung
setzte,  durch  den  Einzelantrieb  verdrängt.  Bei  ihm  ist  es
nicht  möglich,  daß  infolge  Reißens  des  Hauptantriebriemens
der  ganze  Betrieb  behindert  oder  gestört  wird.  Als  rationelle
Kraftausnützung  schaffte  das  Prinzip  sich  immer  mehr  Eingang
in  diese  Druckwerkstätten,  an  jede  Maschine  einen  eigenen,
der  Maschine  genau  entsprechenden  Einzelmotor  zu  kuppeln.
Dies  ist  auch  deshalb  von  Vorteil,  da  die  Maschinen  ja  nicht
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.