etwa aus dem Streben, die Möbelkunst unserer Mode und
unserem gesellschaftlichen Gebaren anzupassen, entstanden ist.
Desto wertvoller ist es, diesen ungewollten, von selbst sich
ergebenden Einklang zu konstatieren. Daß das Beispiel künst
lerisch, technisch, kulturell und wirtschaftlich stimmt, ist längst
bekannt.
In München herrscht eine dreifache Richtung in der Art
und Weise wie die Möbelgroßindustrie ihrem verschiedenen
Charakter entsprechend den Geschmack des konsumierenden
Publikums beeinflußt.
Von der Sphäre der mittleren Bürgerlichkeit über die des
Großbürgertums bis zum Patrizierhaften und Aristokratischen
finden wir eine äußerste Anpassung einiger bedeutender Möbel
fabriken in ihrer Produktion an den individuellen Geschmack
des Käufers wie dies die Firmen Pößenbacher und Ballin
seit langer Zeit in ihren Betrieben bestens, zur Ausführung
bringen. Auf sie gehen wir aber bei vorliegender Untersuchung
nicht ein und verweisen wieder auf die genauen Beschreibungen
in Raueckers „Kunstgewerbe in München.“
Einen direkten Gegensatz zeigen die Bestrebungen der
Holzwaren- und Möbelfabrik München-Riesen
feld, G. m. b. H., welche den Käufer dadurch dazu bewegt,
eine gewisse Stilart zu übernehmen, daß sie bestimmte Möbel
typen, von eigner künstlerischer Kraft entworfen, auf den Markt
bringt, Möbeltypen, die durch eine sehr feinsinnig ausgedachte
Anwendung der Maschine im Großen hergestellt werden können
und deshalb bedeutend billiger sind, ohne daß die Qualität
der Arbeit, des Holzes sich irgendwie von den teuersten hand
gearbeiteten Möbeln unterscheidet.
Diese Fabrik besteht erst seit 1905, wo der jetzige Di
rektor Friedr. Dreger, mit 1 Arbeiter auf einem Raum von
27 qm eine Spielwaren- und Holzbearbeitung begann. Absatz,
namentlich für Möbel war genügend da, während für Spiel
waren, an denen gar nicht viel verdient wurde, die Nürnberger
Konkurrenz zu groß war. 1907 wandelte sich der inzwischen
vergrößerte Betrieb um in eine Möbelfabrik, die sich nur auf
Herstellung von Schlafzimmereinrichtungen spezialisierte. Durch
große Kapitalinvestierungen entwickelte sich das zu einer G. m.