Full text: München als Industriestadt

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b. H. umgewandelte Unternehmen in überraschendster Weise. 
1912 beschäftigte es ca. 360 Arbeiter, 17 Betriebsbeamte und 
Werkführer und 13 kaufmännisches Personal. Der Jahres 
umsatz belief sich 1911 auf 2 x f 2 Millionen Mark, wovon 60 °/o 
auf Deutschland, 40 p/o auf das Ausland, namentlich Belgien und 
Rußland, und allein 1 / 2 Million Mark d. i. 11,1 o/o auf München 
treffen. Die Absatzmöglichkeit, die Nachfrage nach dem Pro 
dukte ist in den wenigen Jahren nicht so sehr gestiegen, daß 
sich daraus diese große Entwicklung erklären ließe, sie war 
immer gegeben. Erst die durch großen Kapitalzusammenschluß 
gesteigerte Leistungsfähigkeit des Betriebes und seine ganze 
mit allen neuesten Errungenschaften der Technik ausgestattete 
Einrichtung rief solche Blüte der Fabrik hervor. 
Sie steht heute an dritter Stelle aller Möbelfabriken 
Deutschlands, denn die führende Möbelfabrik ist die in Frank 
furt a. Oder mit 1200 Arbeitern. Die Konkurrenz der Klein 
betriebe kommt wenig in Betracht, trotzdem geht das Be 
streben der größten Firmen dahin, die Kapitalien zusammen 
zuwerfen, sich zu einem Ring zusammenzuschließen und die 
kleineren Betriebe aufzukaufen. Bis jetzt bestehen noch keiner 
lei Vereinigungen bei der seit etwa 30 Jahren in Deutschland 
existierenden Möbelfabrikation zwecks Preisregulierung und Re 
gelung der Absatzverhältnisse. 
In Bayern gab es bis 1907 keine Fabrik, die Möbel in 
Massen speziell zum Verkauf an den Möbelhändler herstellte. 
Andere Fabriken verfertigten Einzelmöbel und ganze Einrich 
tungen nach Wunsch und Geschmack der Privatkunden, even 
tuell sogar nach Entwurf. Genannte Fabrik aber verlegte sich 
nur auf Schlafzimmermöbel, wodurch ihre ganze Anlage ratio 
neller arbeiten konnte. 
Das Holz wird durch die Firma selbst im Walde ausge 
sucht und dann per Achse nach dem Gelände der Holzlager 
plätze gebracht, von wo es nach Bedarf mit Lastauto zur 
Fertigverarbeitung in die Fabrik kommt. Zur Verarbeitung des 
Holzes dienen dort 41 Holzbearbeitungsmaschinen verschie 
denster Art, darunter Stammholz-, Kreis- und Bandsägen, Ho 
bel-, Frais- und sonstige Spezialmaschinen neuester technisch 
■vollkommener Art.
	        
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