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zur Verfügung stehen wird. Das sind, da die Rechnung ziemlich
vorsichtig durchgeführt wurde, immerhin annähernd zwei Drittel
der sonst von der deutschen Landwirtschaft benutzten Stickstoffmengen.
Es bleibt allerdings so noch ein erheblicher Fehlbetrag gegen den
früheren Verbrauch, besonders wenn man mit der schon oben erwähnten
Verminderung des Stickstoffgehalts in unserem Stalldünger infolge
verminderter Verfütterung von Kraftfutter u. dgl. rechnet, aber jeden
falls ist von einer Stickstoffnot für die deutsche Landwirtschaft nicht
mehr die Rede. Und es mag sogar fraglich erscheinen, ob bei der durch
den Krieg zweifellos aus mannigfachen Gründer?) verringerten Auf
nahmefähigkeit unserer Landwirtschaft für Stickstoffdüngemittel die Be
reitstellung sehr erheblich größerer Mengen ratsam und von Erfolg be
gleitet gewesen wäre. Zudem dürfen wir ja auch die Hoffnung hegen, daß
dem nun bald abschließenden ersten Kriegsjahre nicht etwa noch eine
Reihe weiterer folgen wird, sondern daß, dank den Erfolgen unserer
tapferen Truppen, das zweite Kriegsjahr doch Wohl den siegreichen Ab
schluß dieses Existenzkanipfes für Deutschland bringen wird. Eine ge
wisse, in mäßigem Umfange weitergehende Vermehrung der Luftstick
stoffherstellung wäre aber auch jetzt noch durchaus zu wünschen.
Sonst läßt sich auch durch zweckmäßige Kalkdüngung noch Stick
stoff in weitem Umfange aus unseren Ackerböden den Pflanzen zur
Verfügung stellen. —
Herstellung und Ab- Was uns nun aber weiter beschäftigen soll, ist
satz von Düngestick- die Frage: Wie wird es nach dem Kriege? Daß
st-ff in Deutschland unsere Landwirtschaft nach dem Kriege jedenfalls
nach dem Kriege. mt f Jahre hinaus nicht die früher durch Einfuhr, aus
den Kokereien und den sonstigen damals bestehenden Anlagen gelieferte
Menge von anähernd 217 000 Tonnen Düngestickstoff zuzüglich der
durch die neuen Anlagen dazu neu hergestellten rund 126 000 Tonnen
verbrauchen kann, unterliegt überhaupt keiner Frage, falls man mit den
vor dem Kriege üblichen Preisen der Stickstoffdüngemittel rechnet. Im
Gegenteil, es ist wohl anzrinehmen, daß unsere durch Verlust vieler tüch
tiger Männer, durch Entzug erheblicher und durchaus nicht schnell zu
ersetzender Mengen von Spannvieh und viele andere Lasten stark be
ll) Verminderter Zuckerrübenanbau, weniger sorgfältige Bestellung wegen
geringerer Anspannung, erschwerter Bezug der Düngemittel, vermehrte Spar
samkeit in der ganzen Bewirtschaftung, usw.