Full text: Wie muß sich das Stickstoff-Monopol gestalten?

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Peterausfuhr des Landes sich um ein Drittel vermindert, für 1915 wird 
diefe Verminderung ganz erheblich größer sein, da ja nicht, wie im 
Vorjahre, die Ausfuhr eines halben Jahres in die Friedenszeit fällt. 
Dadurch leidet nicht nur die Zahlungsbilanz des Landes, sondern auch 
die Staatseinnahmen, von denen gut die Hälfte durch den Salpeter 
zoll aufgebracht wurde. Wie es mit ihnen demnach im Jahre 1915 
aussehen wird, liegt auf der Hand, zumal mit Verminderung der Ein 
nahmen durch Verkauf und Verzollung von Salpeter naturgemäß auch 
die Einfuhr und damit gleichzeitig die Erträge der Einfuhrzölle wesent 
lich zurückgingen. Für die Engländer, in deren Hand bereits die über 
wiegende Zahl der Salpeterlager und -gruben ist, bedeutet aber die 
Übernahme des Salpeterausfuhrzolles gegen eine feste, selbst höher als 
die bisherigen höchsten Erträge des Salpeterzolles für Chile bemessene 
Abgabe ein sehr gutes Geschäft. Denn dann ist es ihnen leicht, auch 
die noch in andern Händen befindlichen Salpeterbeteiligungen und 
Besitze in ihre Hände zu bringen und damit das nahezu schon erreichte 
Salpetermonopol zu einem tatsächlichen zu gestalten, das dann durch 
seine Macht auch eine Verminderung der Abgabe für den Salpeterzoll 
seinerzeit wieder erreichen könnte, überhaupt zum maßgebenden Faktor 
in Chiles Wirtschaftsleben auswachsen würde, gewiß nicht zur Freude 
des deutschen Handels und der deutschen Überseeinteressen. Besonders 
würden die den Salpeterverkauf dann völlig leitenden Engländer aber 
dann den Kampf gegen Deutschlands schon ohnehin mit Überproduktion 
kämpfende junge Stickstoffindustrie nach denr Kriege aufnehmen, falls 
bei uns nicht ein zweckmäßig gestaltetes Monopol oder Ähnliches die 
Abwehr erleichtert. Und sie würden mit großer Aussicht auf Erfolg 
in diesen Kampf hineingehen können. Das sei kurz dargelegt. 
... Von den dann bei Ausbleiben des Monopols 
Tue Fähigkeit der . 
deutschen Luftstick- mit Friedensanfang wieder fret aus dem Stick- 
stoffdüngemittel stoffmarkt in Wettbewerb tretenden Stickstoff- 
zum Wettbewerb mit düngemitteln hat sich bislang der Chilesalpeter 
dem Chilesalpeter weitaus der größten Beliebtheit erfreut. Die 
»ach dem Kliege. hat ganz wesentlich ihren Stickstoff 
bedarf durch ihn gedeckt, und ebenso hat der Landwirt in sehr 
vielen der Fälle, in denen er nicht ein Düngergemisch, wie 
z. B. das Ammoiiiaksuperphosphat bezog, weitgehend dem Chilesal 
peter den Vorzug gegeben. Häufig, aber durchaus nicht immer mit
	        
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