Full text: Wie muß sich das Stickstoff-Monopol gestalten?

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zusetzenden Grundlagen weitgehend unbekannt waren. Das ist Wohl 
auch der Grund, weshalb so viele Eingaben aus beteiligten Industrie- 
kreisen sich gegen den Regierungsentwurf wandten: man fürchtet nicht 
das Monopol selbst, sondern die Möglichkeit, daß es einseitig zugunsten 
der einen oder anderen Gruppe, der man selbst nicht zugehört, gestaltet 
wird, bevor Einwände Erfolg haben. 
Verteuerung des Dabei ist es für die Vertreter der Landwirt- 
Stickstoffs für die schaft übrigens sehr erfreulich anzusehen, und wird 
Landwirtschaftdurch hoffentlich die Tage des heutigen Streites um das 
das Monopol. Stickstoffmonopol überdauern, mit welch zarter 
Rücksichtnahme die verschiedenartigsten Vertretungen von Handel und 
Industrie sich bemühen, die Landwirtschaft vor den angeblich so bösen 
Folgen eines Monopols, vor starker Preiserhöhung der Stickstoffdünge 
mittel zu bewahren. 
Einer solchen Verteuerung der Stickstoffdüngemittel ließe sich nun 
sehr leicht begegnen, indem man Höchstpreise in das Monopol einführt, 
und es ist Wohl anzunehmen, daß solche dem Gesetzentwurf beigefügt 
werden würden, wenn er zur Verabschiedung gelangt. Doch scheinen 
die beabsichtigten Höchstpreise, soweit man darüber bislang ein Urteil 
gewinnen kann, einer anderen Befürchtung Recht zu geben, daß nämlich 
den Hauptnutzen des geplanten Handelsmonopols nicht das Reich, son 
dern die deutschen Stickstoffproduzentcn haben werden, zu denen das 
Reich und Preußen zwar neuerdings gehören, indessen doch unter vor 
läufig noch unbekannten Bedingungen und Gewinnanteilen. 
Stickstoff- Der Entwurf des Monopolgesetzes stellt 
Höchstpreise. zwar in Aussicht, daß keine Verteuerung der 
bisher von der Landwirtschaft gezahlten Preise erforderlich sein 
wird, sondern im Gegenteil, daß die Landwirtschaft auf die 
Dauer zu geringeren als den bisherigen Preisen mit Stickstoff ver 
sorgt werden kann. Das ist aber doch noch kaum eine Grundlage, auf 
der man feste Stellung zu dem Gesetzentwurf gewinnen kann. Denn 
die „bisherigen Preise" der letzten zehn Jahre für Stickstoff in Form 
der hier in Betracht kommenden Düngemittel schwanken^') von 1,04 Jl 
für das Kiloprozent in Kalkstickstoff (im Jahre 1911) bis zu 1,80 für 
13) Die verschiedenen Bezugsbedingungen hinsichtlich der Fracht usw. 
würden diese oben genannten Schwankungen noch größer machen, wenn sie 
sich leicht berücksichtigen ließen.
	        
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