Full text : Wie muß sich das Stickstoff-Monopol gestalten?

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große  sein  können.  Daß  die  Stickstoffgewinnung  nach  dem  Kalkstickstoffverfahren ­
  wesentlich  teurer  arbeitet  als  nach  Haber,  kann  kaum
noch  bezweifelt  werden,  immerhin  wird  auch  die  erstgenannte  Herstellungsweise ­
  Verbesserungen  zugänglich  sein,  und  besonders  auch  zu
dem  genannten  Preise  zunächst  mit  Nutzen  zu  arbeiten  vermögen.  Ich
komme  hierauf  noch  zurück.
bei  Kokereiammoniak.  Endlich  kommt  die  Herstellung  von  schwefelsaurem ­
  Ammoniak  bei  der  Verkokung  der  Kohlen  für  ihre  Verwendung
als  Hochofenmaterial  und  für  andere  Zwecke  in  Betracht.  Hier  ist  eine
sichere  Angabe  der  Herstellungskosten  besonders  schwer,  weil  es  sich
bei  der  Ammoniakgewinnung  auf  diesem  Wege  nur  um  eines  von  einer
Reihe  von  wertvollen  Nebenprodukten  handelt,  die  neben  den:  Koks
gewonnen  werden  und  die  auch  bei  einem  erheblichen  Sinken  ihres  Preises
gewonnen  werden  müssen.  Die  Befürchtung,  es  könne  bei  starkem
Sinken  des  Preises  für  schwefelsaures  Ammoniak  von  unserer  Kokereiindustrie ­
  und  den  mit  ihr  zusammenhängenden  Zechen  die  Gewinnung
der  Nebenprodukte,  also  Ammoniak,  Steinkohlenteer  mit  seinen  wertvollen ­
  Bestandteilen,  wie  Benzol,  eingestellt  werden,  ist  wohl  kaum
irgendwie  begründet.  Denn  bei  Unterlassen  der  Ausnutzung  der  nahezu
überall  schon  vorhandenen  Anlagen  zur  Gewinnung  der  Nebenprodukte
würde  sich  die  Kokereiindustrie  nur  in  ihr  eigenes  Fleisch  schneiden,
und  so  weit,  daß  neue  Anlagen  nicht  mehr  gebaut  werden  würden,
dürfte  das  Sinken  der  Ammoniakpreise  auch  kaum  jemals  gehen.  Sollten
vielleicht  in  solcher  Richtung  von  beteiligter  Seite  doch  Befürchtungen
geäußert  werden,  so  dürften  sie  wohl  mehr  im  Dienste  der  möglichsten
Hochhaltung  sehr  erwünschter  und  umfangreicher  Nebeneinnahmen
stehen.  Unter  Berücksichtigung  dieser  Umstände  ist  wohl  die  Summe
von  rund  50  Pf.  für  das  Kiloprozent  Stickstoff  im  schwefelsauren  Ammoniak ­
  der  Kokereien"),  die  ich  als  Herstellungskosten  nennen  hörte,  zu
verstehen:  unter  ihr  würde  die  Ammoniakgewinnung  bei  der  Kokerei
unrentabel  sein.  Allerdings  ist  wohl  zu  beachten,  daß  sich  die  ganze,
mit  der  Kohlenverkokung  zusammenhängende  Industrie  seit  langer  Zeit
auf  einen  mehr  als  doppelt  so  hohen  Preis  eingerichtet  hat.  Erst  in  den

14)  Und  Gasanstalten,  in  denen  ja  auch  schwefelsaures  Ammoniak  gewonnen ­
  wird.  Indessen  spielen  sie  gegenüber  den  Kokereien  für  die  Ammoniakgewinnung ­
  nur  eine  sehr  bescheidene  Rolle.
            
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