Full text: Wie muß sich das Stickstoff-Monopol gestalten?

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sichtlich besonders schnell ausdehnen, da es der deutschen Stickstoffindu 
strie gelingen mutz, durch aus Haberschem Ammoniak hergestellten Am- 
nwniaksalpeter ein Stickstoffdüngemittel für die Ausfuhr zu gewinnen, 
das verrnöge feines über das Doppelte dem Chilesalpeter überlegenen 
Wirkungswertes auch noch recht erhebliche Frachten zu tragen verniag 
und zudem zu verhältnismätzig niedrigem Preise abgegeben wer 
den kann. 
Man sieht bereits aus diesen knappen Andeutungen, datz hier die 
Grundlagen für eine wirtschaftliche Machtstellung vorhanden sind, die 
um so leichter zu verwirklichen sein dürfte, als unser Vaterland durch 
feine Kalischätze bereits ohnehin eine besondere Stellung auf dein 
Düngermarkte der Welt besitzt und auch hierfür schon eine weitgehende 
Organisation geschaffen hat. 
Der Wettbewerb des Ein Bedenken mag noch berührt sein: Wird 
Auslands. nicht auch das Ausland versuchen, auf dem Gebiete 
der künstlichen Herstellung von Stickstoffdüngemitteln in entsprechender 
Weise vorzugehen und so eine Ausdehnung der deutschen Stickstoff 
industrie für die Zukunft auf den deutschen Bedarf beschränken? Ganz 
wahrscheinlich ist dies nicht. Die in der kommenden Zeit z. B. für die 
Ausfuhr sehr wahrscheinliche und aussichtsvolle Vereinigung eines Kali- 
und eines Stickstoffdüngers in Form des Kalisalpeters vermag billig 
genug nur Deutschland zu liefern, nachdem gerade der Krieg gezeigt 
haben dürfte, daß die Hoffnungen auf Ausbeutung von Kalilagern in 
Spanien und in Ostafrika für unsere deutschen Kaliwerke keinen Grund 
zur Beunruhigung zu geben vermögen. Fernerhin wird, wenn wir ein 
zweckmäßig gestaltetes und vor allem klug und zielbewußt geleitetes Stick- 
stoffnwnopol bekommen, Deutschlands Vorsprung auf dem Gebiete der 
Herstellung künstlicher Stickstoffdünger in nicht allzulanger Zeit ein so 
bedeutender fein, daß er nicht leicht von anderer Seite eingeholt werden 
kann, zumal da kein anderes Land durch eine Stickstoff stark verbrau 
chende eigene Landwirtschaft in ähnlicher Weise gestützt werden dürfte 
wie Deutschland, besonders wenn Belgien mit ihm in enge wirtschaftliche 
Beziehungen tritt und auch die Niederlande wenigstens zum Teil durch 
nennenswerte Vorteile für den Bezug vom bisher benutzten Chilesal 
peter abgelenkt werden können. Und endlich wird es bei der Her 
stellung von Stickstoffdüngemitteln wie auf vielen anderen Gebieten 
der chemischen Industrie das Hauptproblem sein, nach Möglichkeit
	        
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