32
sichtlich besonders schnell ausdehnen, da es der deutschen Stickstoffindustrie
gelingen mutz, durch aus Haberschem Ammoniak hergestellten Amnwniaksalpeter
ein Stickstoffdüngemittel für die Ausfuhr zu gewinnen,
das verrnöge feines über das Doppelte dem Chilesalpeter überlegenen
Wirkungswertes auch noch recht erhebliche Frachten zu tragen verniag
und zudem zu verhältnismätzig niedrigem Preise abgegeben werden
kann.
Man sieht bereits aus diesen knappen Andeutungen, datz hier die
Grundlagen für eine wirtschaftliche Machtstellung vorhanden sind, die
um so leichter zu verwirklichen sein dürfte, als unser Vaterland durch
feine Kalischätze bereits ohnehin eine besondere Stellung auf dein
Düngermarkte der Welt besitzt und auch hierfür schon eine weitgehende
Organisation geschaffen hat.
Der Wettbewerb des Ein Bedenken mag noch berührt sein: Wird
Auslands. nicht auch das Ausland versuchen, auf dem Gebiete
der künstlichen Herstellung von Stickstoffdüngemitteln in entsprechender
Weise vorzugehen und so eine Ausdehnung der deutschen Stickstoffindustrie
für die Zukunft auf den deutschen Bedarf beschränken? Ganz
wahrscheinlich ist dies nicht. Die in der kommenden Zeit z. B. für die
Ausfuhr sehr wahrscheinliche und aussichtsvolle Vereinigung eines Kaliund
eines Stickstoffdüngers in Form des Kalisalpeters vermag billig
genug nur Deutschland zu liefern, nachdem gerade der Krieg gezeigt
haben dürfte, daß die Hoffnungen auf Ausbeutung von Kalilagern in
Spanien und in Ostafrika für unsere deutschen Kaliwerke keinen Grund
zur Beunruhigung zu geben vermögen. Fernerhin wird, wenn wir ein
zweckmäßig gestaltetes und vor allem klug und zielbewußt geleitetes Stickstoffnwnopol
bekommen, Deutschlands Vorsprung auf dem Gebiete der
Herstellung künstlicher Stickstoffdünger in nicht allzulanger Zeit ein so
bedeutender fein, daß er nicht leicht von anderer Seite eingeholt werden
kann, zumal da kein anderes Land durch eine Stickstoff stark verbrauchende
eigene Landwirtschaft in ähnlicher Weise gestützt werden dürfte
wie Deutschland, besonders wenn Belgien mit ihm in enge wirtschaftliche
Beziehungen tritt und auch die Niederlande wenigstens zum Teil durch
nennenswerte Vorteile für den Bezug vom bisher benutzten Chilesalpeter
abgelenkt werden können. Und endlich wird es bei der Herstellung
von Stickstoffdüngemitteln wie auf vielen anderen Gebieten
der chemischen Industrie das Hauptproblem sein, nach Möglichkeit