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Grund von staatlichen Landbewilligungen besaßen, welche
gewöhnlich in betrügerischer Weise durch käufliche Ge-
setzgebung oder durch amtliche strafbare Nachsicht erlangt
waren. Begünstigte Privatpersonen erwarben gleichfalls
ausgedehnte Landbewilligungen. Reichlich 200 Millionen
Morgen gingen auf diese Art in den Besitz auswärts lebender
Grundbesitzer über, von denen die Ansiedler das Land oft
zu übertrieben hohen Preisen kaufen mußten.
In den Jahren 1891—1893 wurde die letzte große Fläche
nationalen öffentlichen Gebietes — der jetzige Staat Okla-
hama — der Ansiedlung erschlossen; ein großer Teil dieser
Fläche wurde ebenfalls Eigentum auswärtiger Grundbesitzer.
Die Verfügung über diese große Landstrecke erschöpfte
tatsächlich die zu Gebote stehende Fläche öffentlichen
Gebietes. Gleichzeitig waren andere Faktoren in Tätigkeit,
die rasch darauf hinarbeiteten, ein landwirtschaftliches
Proletariat hervorzubringen. Primitive Geräte genügten
nicht mehr für die Landwirtschaft; um die Landwirtschaft
in modernem Maßstabe zu betreiben, waren kostbare Werk-
zeuge und Maschinenkraft erforderlich; um diese zu er-
{angen mußte der Farmer oft Schulden machen. Gileich-
zeitig waren die hohen Frachtsätze der Eisenbahnen und
die Erpressungen von Getreidespeicher-Kompanien und
allen möglichen Vereinigungen und Trusten für die große
Masse der Farmer eine schwere Last, die von dem, was
er produzierte, die Sahne abschöpfte.
Mehr als ein Drittel Pächter
Die Folge dieser und anderer zusammenwirkender Um-
;tände ist, daß, wie aus der Volkszählung von 1910 hervor-
geht, nicht weniger als 2 349 245 von den 6 362 000 Farmen
der Vereinigten Staaten von Pächtern betrieben werden —
eine Zunahme von 320 000 Pächtern seit 1900. Das An-
wachsen der Pächterbevölkerung hat seit 1880 beständig
zugenommen und jetzt einen so hohen Grad erreicht, daß
die Pächter ein Drittel der ackerbautreibenden Bevölke-
rung der Vereinigten Staaten bilden.
Dieses ist ein wesentlich anderer Zustand als der, auf