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aus die Zwecklosigkeit der nicht ausreichend großzügigen Oderstrombauten
hingewiesen^), überhaupt bestritten, daß auf dem
Wege wasserstraßenpolitischer Maßnahmen jemals Oberschlesien
geholfen werden könnte, da ja nicht nur die Oderstraße verbessert
werde, sondern zugleich und in weitsichtigerer Weise die anderen
Wasserwege des Inlands auch (z. B. der Berlin-Stettiner Großschiffahrtsweg!),
die den inländischen wie auswärtigen Konkurrenten
Oberschlesiens nur neue Vorteile brächten. In der nächsten
Zukunft könnten allein Tarifherabsetzungen der preußischen
Staatseisenbahnen der oberschlesischen Kohlen-Eisenindustrie
wirksame Hilfe bringen. Diese Hauptforderung wird zunächst
durch den Hinweis gestützt, daß „eine so gut rentierende'Staatsbahn
wie die preußisch-hessische sich überhaupt nicht auf den
privatkapitalistischen Standpunkt größtmöglicher Einnahmen
stellen sollte, wenn es sich um bedeutende volkswirtschaftliche Interessen
handelt, denn es sei ja gerade der Zweck der Verstaatlichung
der Eisenbahnen gewesen, daß die Verwaltuna rti^t nur
den eisenbahnfiskalischen Gewinn, sondern auch den volkswirtschaftlichen
berücksichtigen sollte^).
So wünschenswert möglichst billige Eisenbahntarife vom
allgemeinen Standpunkte sind, so wird hier einmal übersehen,
daß eine Tarifermäßigung, wenn sie allgemein verfügt wird,
Oberschlesien keine absolute Besserung bringen kann, da alle Industrien
des Landes an ihr teilhaben^). Lediglich der oberschlesische
Eisenerzbezug würde auch bei einer allgemeinen Tarifermäßigung
absolut wie relativ profitieren, da er im Gegensatz zu
anderen deutschen Eisenindustrien unter den gegenwärtigen Verkehrsverhältnissen
des oberschlesischen Bezirks auf die Eisenbahnen
allein angewiesen ist. Also würde dadurch eine Stärkung
der oberschlesischen Eisenindustrie herbeigeführt werden, natürlich
nur was den Produktionsprozeß anbetrifft.
Es ist jedoch kurzsichtig, der Staatsbahnverwaltung die Berechtigung
ihres privatkapitalistischen Standpunktes abzusprechen.
Die Eisenbahneinnahmen sind nun einmal seit drei Dezennien
der sichere Grund des preußischen Staatshaushaltes, der
1) Berichte des Vorstandes des Vereins.
2) f. a. W. Lotz I, S. 55 f., S. 108 f.
3) u. a. nach F. Ulrich, W. Lotz I, S. 65 f.