Seit dieser Zeit haben allerdings die Gehälter ein stetes Steigen
zu verzeichnen gehabt; denn es bezogen ein Gehalt
vom Kontorpersonal
vom Verkaufspersonal
bis 70 M.
%
70—100 M.
%
über100M.
%
bis 70 M.
%
70—100 M.
%
über100 M.
%
1893
62,0
32,0
6,0
62,2
32,8
5,0
1898
45,0
39,2
15,8
67,0
29,2
3,8
1903
40,0
41,0
19,0
61,6
31,9
6,5
1908
31,6
37,8
30,6
38,6
46,4
15,0
1912
31,2
36,3
32,5
33,1
43,2
23,7
Stark sind im Steigen begriffen die Gehälter der Kontorangestellten.
Viele Frauen sind jetzt gezwungen, ständig erwerbstätig zu sein; da
durch eignen sie sieh im Laufe ihrer Berufstätigkeit die erforderliche
Übung in den kaufmännischen Geschäftszweigen an und können dann
auch Anspruch auf besser bezahlte Stellungen erheben. Außerdem
ist es das Bestreben der neueren Zeit, auch die Frauen für einen prak
tischen Lebenserwerb vorzubereiten, um ihnen eine unabhängige
Stellung für das spätere Leben und ein Anrecht auf gute Bezahlung zu
sichern.
Eine ähnliche Entwicklung, wenn auch nicht in dem gleichen
günstigen Maßstab, haben auch die Gehälter der Verkäuferinnen durch
gemacht. Der Grund für die geringere Steigerung liegt wohl darin,
daß sich bei dem großen Andrang zum Verkäuferinnenberuf auch
Massen von gänzlich ungeeigneten und minderwertig vorgebildeten
Kräften anbieten.
Bei dieser Gehaltssteigerung ist aber nicht außer acht zu lassen,
daß die Kosten für den Lebensunterhalt mindestens ebenso in die
Höhe gegangen sind, so daß eine wirkliche Aufbesserung kaum wahrzu
nehmen sein wird.
Durchschnittszahlen geben nur ein unklares Bild über die Lohn
verhältnisse, verständlicher wird die Darstellung, wenn der Einfluß
persönlicher Fähigkeiten, der Vorbildung und des Dienstalters auf die
Gehaltsbildung berücksichtigt werden. Persönliche Fähigkeiten lassen
sich fast gar nicht erfassen, es bleiben also nur Vorbildung und Dienst
alter.
Im allgemeinen wird man wohl sagen können, je gründlicher die
Fachausbildung, desto höher die Bezahlung. Ausnahmefälle, in denen
trotz einer geringen Fachausbildung hohe Gehälter erzielt werden,
sind nur auf persönliche Begabung zurückzuführen.
Neben dem Einfluß der Fachausbildung auf die Höhe des Gehaltes
ist auch die Wirkung des Alters nicht zu unterschätzen. Da man ver