Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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zu  stoßen.  Auch  dieser  Versuch  endete  ergebnislos.  Das  Bohrloch  an  der  Hohlsteige ­
  mußte  schon  nach  101  Fuß  wegen  nachrollenden  Gesteins  aufgegeben  werden. ­
  Alle  diese  Bohrversuche  stellten  geologische  Verhältnisse  fest,  die  es  als  ausgeschlossen ­
  erscheinen  ließen,  daß  in  der  Nähe  der  Stadt  Hall  weitere  brauchbare ­
  Solen  zu  erbohren  seien.
Nachdem  das  Steinsalzbergwerk  „Wilhelmsglück"  bei  Hall  seinen  Betrieb
eröffnet  hatte,  legte  man  bald  auch  den  alten  Brunnen  still,  da  man  jetzt  das
für  die  Saline  benötigte  Rohmaterial  als  Steinsalz  von  „Wilhelmsglück"  bezog.
Der  Salinenbetrieb  änderte  sich  hierdurch  vollständig.
Was  den  Gehalt  der  Sole  der  Saline  zu  Hall  betrifft,  so  folgen  wir  hier
wieder  den  Untersuchungen  Fehlings.  Hiernach  ergaben  sich  auf  100  Teile  Sole
folgende  Bestandteile*):
Chlornatrium  25,7180
Schwefelsaures  Natron  0,0289  mit  0,01628  Schwefelsäure
Schwefelsaurer  Kalk  0,1705  „  0,10030  „
Kohlensaurer  Kalk  0,0037  0,11658  Schwefelsäure
Salze  25,9211
Wasser  74,0789
100,0000
In  den  Jahren  1802  und  1803  wurde  durch  Joseph  Bader  ein  neuer
Schacht  in  der  Nähe  des  alten  Salzbrunnens  niedergebracht,  durch  welchen  man
die  wilden  Wasser  fassen  wollte,  anderseits  beabsichtigte  man  hierdurch,  den  alten
Salzbrunnen  bis  auf  das  feste  Gestein  niederzubringen.  Da  jedoch  Bader  im
Niveau  der  Solquelle  einen  überaus  starken  Wasserdrang  beobachtete,  gab  er
selbst  den  Rat,  von  dem  weiteren  Abteufen  des  Schachtes  Abstand  zu  nehmen.
So  bildete  das  Aufsuchen  neuer  besserer  Solquellen  eine  Kette  endloser  Schwierigkeiten, ­
  welche  die  Saline  Hall  wirtschaftlich  mehr  und  mehr  zurückbringen
mußten.
An  dieser  Stelle  sei  auch,  obwohl  nicht  unmittelbar  mit  der  Aufgabe  vorliegender ­
  Schrift  im  Zusammenhang  stehend,  eines  Vorganges  gedacht,  der  nicht
ohne  kulturgeschichtliches  Interesse  ist-).  Im  13.  Jahrhundert  wurde  auf  den  Salzwerken ­
  zu  Schwäb.  Hall  für  die  Bezahlung  der  Arbeiter  eine  neue  Münze  eingeführt, ­
  die  sich  als  kleinste  Geldeinheit  darstellte  und  die  besonders  wegen  ihres
guten  Schrots  und  Korns  geschätzt  wurde,  was  zu  ihrer  schnellen  Verbreitung
über  ganz  Süddeutschland  wesentlich  beitrug.  Diese  Münze  führte  anfangs  den
Namen  „Haller"  ;  eine  spätere  Zeit  ließ  hieraus  das  Wort  „Haller",  zuletzt
„Heller"  entstehen;  ein  Münzstück,  das  noch  heute  unter  diesen,  Namen  dem  österreichischen ­
  Münzsystem  angehört.
Nach  dem  Finanz-Etat  vom  Jahre  1820/23  war  für  die  Saline  Hall  für
eine  Solenleitung  ein  Betrag  von  20  000  fl.  vorgesehen,  außerdem  wurden  für
Bohrversuche  16  082  fl.  ausgeworfen^).  Die  Saline  Hall  war  bei  der  Uebernahme
durch  den  Württembergischen  Staat  aus  der  reichsstädtischen  Zeit  mit  recht  erheblichen ­
  finanziellen  Belastungen  in  das  staatliche  Salinenwesen  Württembergs  eingetreten. ­
  Im  Haupt-Finanzetat  des  Jahres  1826/27  waren  beispielsweise  für
übernommene  Besoldungen  und  Gratialien  folgende  Summen  vorgesehen*):
1)  vr.  H.  Fehlina,  Chem.  Untersuchung  d.  Solen  d.  württ.  Salinen  1847,  S.  49.
2)  M.  I.  Schleiden,  Das  Salz.  Leipzig  1875.
3)  Verhandlungen  d.  württ.  Kammer  d.  Abg.,  Jahrg.  1823/4.  Beil.-Heft2,  S.  38.
4)  Verhandlungen  d.  württ.  Kammer  d.  Abg.  1827.  II.  außerord.  Beil.-Heft,
S.  100.
            
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