Object : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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fuß  Gehalt  hatten.  Von  den  Sammelbehältern  wurde  die  Sole  je  nach  Bedarf
an  die  Siedehäuser  abgegeben.  Zur  Befeuerung  der  Siedepfannen  benutzte  man
sowohl  Tannenholz,  wie  Steinkohlen.  Das  Tannenholz  wurde  auf  dem  Kocher
durch  die  Flößerei  bezogen,  während  die  Anfuhr  der  Steinkohlen  aus  dem  Saargebiet
  erfolgte.  In  den  vorausgegangenen  Jahren  hatte  man  die  Saarkohle  zn
24—26  fr.  pro  Zentner  bezogen,  um  1855  stellte  sich  jedoch  der  Saarkohlenpreis ­
  auf  61  kr.  der  Zentner  frei  Verwendungsstelle  Friedrichshall.  Von  den
aus  dem  Saargebiet  stammenden  Heinitz-Grubenkohlen  setzte  man  15  Zentner
—  1  Klafter  Holz.  Die  Klafter  Tannenholz  hatte  nach  dem  Spezialetat  um
diese  Zeit  einen  Preis  von  6,12  fl.  Als  Produktionsergebnis  stellte  man  beim
Gebrauch  der  Holzfeuerung  in  Friedrichshall  folgendes  fest.  Es  ergab  in  den
alten  Siedehäusern  eine  Klafter  Tannenholz  34  Zentner  gesottenes  Salz.  Da
diese  produzierte  Salzmenge  gegenüber  dem  Holzaufwand  nicht  befriedigte,  eine
Erscheinung,  die  auf  die  veralteten  Siedeeinrichtungen  zurückzuführen  war,  so
hatte  man  sich  in  den  Vorjahren  zur  Errichtung  eines  neuen  Siedehauses  entschlossen. ­
  Dieses  Siedehaus  No.  2,  das  fast  neuerbaut  werden  mußte,  da  selbst
die  Umfassungsmauern  des  alten,  für  den  Neubau  benutzten  Siedehauses  neu
hergestellt  werden  mußten,  hatte  30  000  fl.  Kosten  verursacht.  Allerdings  lieferten ­
  auch  die  hier.  geschaffenen  neuen  Siedeeinrichtungen  wirtschaftlich  wesentlich
günstigere  Resultate.  So  ergab  hier  1  Klafter  Tannenholz  45  Zentner  feinkörniges ­
  Kochsalz  und  50  Zentner  grobkörniges  Kochsalz.  Die  letzten  großen
Betriebsverbesserungen  hatte  man  in  den  1840er  Jahren  vorgenommen.  Nach
dem  Haupt-Finanz-Etat  von  1842/45  war  für  die  Wiederherstellung  und  verbesserte ­
  Einrichtung  des  Siedehauses  No.  3  eine  Bausumme  von  62  792  Gulden
ausgeworfen  worden  Z.  Ein  Betrag,  dessen  Höhe  in  der  württ.  Kammer  der
Abgeordneten  als  unerfreulich  und  unerwünscht  kritisiert  wurde.  Dennoch  bewilligte ­
  die  Kamnier  die  für  notwendig  erachteten  Mittel.  Es  dürfte  erwünscht
sein,  eine  etwas  eingehendere  Beschreibung  der  technischen  Anlagen  der  kgl.  Saline ­
  Friedrichshall  zu  besitzen.
Im  Folgenden  soll  daher  der  technische  Stand  der  kgl.  Saline  Friedrichshall ­
  zur  Darstellung  kommen,  wie  sich  derselbe  im  Jahre  1875  dokumentiertes.
Der  Sudhüttenbetrieb  umfaßte  in  dieser  Zeit  4  Sudhäuser,  welche  die  No.  2,
3,  4  und  5  führten.  Die  Erzeugung  erstreckte  sich  ausschließlich  auf  Blauksalz,
von  welchem  das  grobkörnige  den  ausgedehntesten  Anteil  hatte.
In  dem  Sudhaus  No.  2  befanden  sich  2  Sudpfannen  und  2  Dampfpfannen ­
  im  Betrieb.  In  den  Sudpfannen  erfolgte  die  Herstellung  sogenannten  Landsalzes, ­
  d.  i.  feineres  Kochsalz,  welches  von  der  Sudpfanne  nach  12stündiger
Siedezeit  abgeräumt  wurde.  In  den  Dampfpfannen  dagegen  wurde  grobkörniges
Salz  erzeugt,  das  nach  96stündiger  Siedezeit  abgeräumt  wurde.  Jede  Pfanne
besaß  2  Roste,  von  welchen  jeder  Rost  4  Fuß  lang  und  3  Fuß  breit  war.  Die
Entfernung  vom  Pfanncnboden  betrug  4  bis  5  Fuß.  Die  Roste  besaßen  eine
rückwärts  verlaufende  schwache  Ansteigung  von  4  bis  5  Zoll.  Die  Maße  der
Austrittsöfsnung  der  Flamme  unter  der  Pfanne  vom  Rost  angefangen  zeigten
3  Fuß  Breite  und  14  Fuß  Höhe.  Die  Gasausströmungsöffnung  in  die  Vorwärmepfannen ­
  betrug  3  Zoll  Breite  und  18  Zoll  Höhe;  mährend  die  Oeffnung
!  l  Lerhandlungen  d.  württ.  Kammer  d.  Abg.  Jahr  1855.  II.  Beil.-Bd.  S.  263.
2)  Oesterreichische  Zeitschrift  für  Berg-und  Hüttenwesen.  Jahrgang  1875.  S.  422.
R  eiitntitn,  Salzbergbau  und  Salinenwesen  in  Württemberg.  9
            
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