Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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gen  Schichten  zu  fördern,  wobei  2  Förderkörbe  mit  je  2  nebeneinander  befindlichen ­
  Wagen  tätig  sein  sollten.  Förderkorb  und  Wagen  wurden  zusammen  mit
1250  kg  Nutzlast  angenommen.  Es  waren  so  bei  einer  Förderung  von  1000  000  kg
Steinsalz  rund  800  Züge  notwendig.  Da  nach  der  Teufe  für  einen  Zng  30
Sekunden  Dauer  und  dieselbe  Zeit  für  An-  und  Abschlagen  des  Korbes  anzusetzen ­
  war,  im  ganzen  also  eine  Minute  Dauer,  so  ergaben  sich  für  800  Züge
800  Minuten  oder  13  Stunden  20  Minuten.  Zwei  8stündige  Schichten,  also
16  Stunden  mußten  hiernach  das  Fördermaximum  von  1000  t  Salz  leicht  bewältigen. ­
  Auf  Grundlage  dieser  Berechnung  wäre  ein  Schachtdurchmesser  von
4  in  genügend  gewesen,  um  jedoch  für  die  Zukunft  eine  Steigerung  der  Förderung ­
  zuzulassen,  wählte  man  einen  lichten  Schachtdurchmesser  von  5  in.  Nach
Fertigstellung  des  Schachtes  richtete  man  neben  der  Hauptförderung  noch  eine
Hilfsfördernng  ein.  Die  Abteufung  des  Schachtes  bewirkte  man  in  Ziegelsteinmauerung
  von  Hand  bis  216  in;  die  ersten  zehn  Meter  der  Schachtmauer  haben
eine  Stärke  von  5  Ziegeln,  im  weiteren  Verlauf  weist  die  Schachtmauer  dann
2  l l 2  Ziegel  auf.  Der  Schacht  wird  unten  durch  einen  ausgemauerten  Sumpf
abgeschlossen.  Das  Salzlager  ist  durch  drei  Sohlen  aufgeschlossen  und  zwar  hat
man  die  erste  Sohle  bei  einer  Teufe  von  177,4  in,  die  zweite  Sohle  bei  192,2  in
und  die  dritte  bei  207,4  in  angesetzt.  Nach  dem  Abbauplau  wollte  man  zuerst
die  untere  Hälfte  des  Lagers  in  Angriff  nehmen,  d.  h.  die  Höhe  von  der  3.
Sohle  (207,4  rn)  bis  zur  Streckensirste  der  2.  Sohle  (188  in)  abbauen,  was
also  einer  Abbauhöhe  von  etwa  19  in  entsprach.  Auf  der  dritten  Sohle  hat
man  von  Osten  nach  Westen  Ausrichtungsstrecken  von  5  in  Breite  und  4  in  Höhe
angelegt.  In  denselben  Abmessungen  hat  man  östlich  und  westlich  des  124  na
langen  und  100  na  breiten  Schachtsicherheitspfeilers  Querstrecken  aufgefahren,
und  zwar  in  Abständen  von  100  in.
An  dieser  Stelle  sei  auch  einer  eigenartigen,  im  Salzwerk  Heilbronn  unter
Tage  befindlichen  Schöpfung  gedacht.  Es  ist  dies  eine  zu  einem  Festsaal  ausgebaute ­
  Firste,  die  auf  den  Besucher  einen  überaus  nachhaltigen  Eindruck  macht.
Eine  in  das  Salz  gehauene  Grotte  mit  davor  befindlichen  Tannenbäumen  gestaltet ­
  das  Bild  noch  fesselnder.  Zahlreiche  elektrische  Glühlampen  in  verschiedenen ­
  Farben  verleihen  dem  Raum  Festesglanz,  wobei  das  Salz  mit  seinen
schillernden  Kristallen  von  magischer  Wirkung  ist.  Lange  Festtafeln  durchziehen
die  hochgewölbte  Firste,  die  hier  etwa  180  in  unter  der  Erde  in  der  Bauart
wie  ein  Kirchenschiff  wirkt.  Es  muß  ein  eigenartiges  Bild  sein,  hier  unter  der
Erde  die  Bergleute  mit  ihren  Frauen  und  Kindern  zu  frohem  Feste  an  den  geschmückten
  Tafeln  bei  Musik  versammelt  zu  sehen,  wobei  auch  die  Beamten  des
Werkes  ihren  gemessenen  Anteil  haben.  Das  Ganze  zeugt  von  dem  freundlichen
Zusammenwirken  zwischen  Direktorium  und  Arbeiterschaft.
Ueber  die  auf  dem  Salzwerk  Heilbronn  befolgte  Abbaumethode  ist  folgendes ­
  zu  sagen.  Im  allgemeinen  handelt  es  sich  zu  Heilbroun  um  Oerter-  und
Firstenbau,  also  um  eine  Abbaumethode,  die  für  den  Steinsalzbergbau  als  vorherrschend ­
  zu  bezeichnen  ist.  Ein  Abbauverfahren,  das  man  sowohl  im  Staßfurter
  Kalibergbau,  wie  auch  zu  Schönebeck  antreffen  kann.  Zu  Heilbronn  hat
man  nach  je  zwei  Querstrecken  Abbauörter  von  15  in  Breite,  19  na  Höhe  und
100  in  Länge  ausgeschossen.  Zur  Stütze  des  Hangenden  läßt  nian  zwischen
den  Abbauörtern  Sicherheitspfeiler  von  10  in  Breite  und  100  in  Länge  stehen.
Der  Abbau  vollzieht  sich  in  der  Form,  daß  man  von  beiden  so  hergerichteten
            
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