Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

165

so  wird  die  Denaturierung  in  der  bereits  vorher  gekennzeichneten  Weise  bewirkt.
Der  Wagenbetrieb  erfolgt  durch  eine  dem  Werk  gehörige  Lokomotive.
Anschließend  hieran  wollen  wir  noch  einige  technische  Daten  nachtragen,  die
mehr  chronologisch  die  Entwicklung  kennzeichnen.  Im  Jahre  1887,  dem  Beginn
der  eigentlichen  Betriebsperiode,  war  der  technische  Stand  in  der  Hauptsache
folgender.  Das  Salzlager  war  auf  den  3  Sohlen  mit  Richt-  und  Teilstrecken
in  einer  Gesamtlänge  von  1050  in  ausgerichtet.  Zwei  vollständig  ausgerüstete
Brems-  und  Fahrgesenke  stellten  die  Förderverbindung  der  3  Sohlen  untereinander ­
  her.  Sämtliche  Füllörter  hatten  aus  allen  Sohlen  Einrichtung  zur
Maschinenfördernng  erhalten.  In  demselben  Jahr  kamen  auf  dem  Werkshof
10  Hydranten  zur  Aufstellung,  wodurch  jedes  Gebäude  für  den  Brandfall  bis
zu  einem  gewissen  Umfange  geschützt  erschien.
Im  Jahre  1890  erhielt  die  Steinsalzmühle  eine  wesentliche  Verbesserung,
wodurch  sich  die  Betriebskosten  verringerten.  Das  Jahr  1893  brachte  den
Umbau  der  großen  Fördermaschine  zn  einer  Compound-Receiver-Maschine.  Zwei
Jahre  später  wurde  eine  neue  Mühlenmaschine  und  Verladeeinrichtung  geschaffen,
welche  technische  Neuerungen  38  219,58  M.  Kosten  verursachten.  Im  Jahre  1897
wurde  eine  neue  Siedeanlage  erbaut,  auch  wurde  die  Mühleneinrichtung  vergrößert. ­
  Letztere  erforderte  18145,93  M.  Kosten;  während  die  neue  Siedeanlage ­
  einen  Kostenaufwand  von  181  285,40  M.  verursachte.  Eine  im  Jahre
1899  abermals  notwendig  gewordene  Vergrößerung  der  Salzmühle  beanspruchte
21  333,28  M.  Kosten.  Ein  im  Jahre  1900  beschaffter  Backenbrecher,  sowie
der  Bau  einer  mechanischen  Grubenförderungs-Anlage,  ferner  einige  kleinere
Aufwendungen  für  die  Schacht-  und  Mühleneinrichtung  erforderten  insgesamt
23,387,76  M.  Bei  der  im  Jahre  1903  von  der  Stadt  Heilbronn  erbauten
Neckargartacher  Fahrbrücke  beteiligte  sich  die  Gesellschaft  mit  einem  Baukostenbeitrag ­
  von  25  000,00  M.  Die  Brücke  brachte  zahlreichen  Arbeitern  des  Werkes ­
  eine  Verkürzung  ihres  Wegs.  In  demselben  Jahr  kam  ein  Reisert'scher
Wasserreiniger  zur  Aufstellung,  da  sich  das  von  der  Stadt  Heilbronn  gelieferte
Kesselspeisewasser  als  sehr  hart  erwies.  Das  Jahr  1905  brachte  eine  Erweiterung ­
  des  Gebäudes  der  Hauptfördermaschine  durch  einen  Anbau,  in  welchem
eine  Hilfsfördermaschine  untergebracht  wurde.  Zur  selben  Zeit  gelangte  in  der
Grube  eine  Hochdruckzentrisngalpnmpe  und  eine  Plungerpumpe  zur  Aufstellung.
Das  folgende  Jahr  machte  die  Erbauung  eines  neuen  Gebäudes  für  die  Verladung ­
  notwendig.  Im  Jahre  1907  wurde  die  Bewetterung  durch  Aufstellung
eines  größeren  Ventilators  mit  Motor  verbessert.  Die  Zahl  der  elektrischen
Bohrmaschinen  wurde  vermehrt,  auch  wurde  ein  zweiter  Transformator  in  Betrieb ­
  genommen.  Auch  die  Mühlcneinricktung  wurde  entsprechend  den  gesteigerten
Anforderungen  erweitert.  Die  Vergrößerung  betraf  1  Brecher,  2  'Schleuderniühlen
  und  1  Sieb  mit  Elevator.  Aehnlich  wurde  die  Kraftanlage  verstärkt,
die  drei  neue  Dampfkessel  und  eine  500pferdige  Dampfmaschine  erhielt.  So
zeigt  sich  uns  in  allem  ein  auf  der  Höhe  der  Zeit  stehender  Bergbau-  und
Salinenbetrieb,  in  seiner  Gesamtheit  etwas  Mustergiltiges  darstellend.  Eine
überaus  glänzende  wirtschaftliche  und  technische  Entwicklung  hat  das  „Salzwerk
Heilbronn"  innerhalb  der  deutschen  Salzindustrie  zu  einem  der  ersten  Unternehmen ­
  gemacht.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.