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so wird die Denaturierung in der bereits vorher gekennzeichneten Weise bewirkt.
Der Wagenbetrieb erfolgt durch eine dem Werk gehörige Lokomotive.
Anschließend hieran wollen wir noch einige technische Daten nachtragen, die
mehr chronologisch die Entwicklung kennzeichnen. Im Jahre 1887, dem Beginn
der eigentlichen Betriebsperiode, war der technische Stand in der Hauptsache
folgender. Das Salzlager war auf den 3 Sohlen mit Richt- und Teilstrecken
in einer Gesamtlänge von 1050 in ausgerichtet. Zwei vollständig ausgerüstete
Brems- und Fahrgesenke stellten die Förderverbindung der 3 Sohlen unter
einander her. Sämtliche Füllörter hatten aus allen Sohlen Einrichtung zur
Maschinenfördernng erhalten. In demselben Jahr kamen auf dem Werkshof
10 Hydranten zur Aufstellung, wodurch jedes Gebäude für den Brandfall bis
zu einem gewissen Umfange geschützt erschien.
Im Jahre 1890 erhielt die Steinsalzmühle eine wesentliche Verbesserung,
wodurch sich die Betriebskosten verringerten. Das Jahr 1893 brachte den
Umbau der großen Fördermaschine zn einer Compound-Receiver-Maschine. Zwei
Jahre später wurde eine neue Mühlenmaschine und Verladeeinrichtung geschaffen,
welche technische Neuerungen 38 219,58 M. Kosten verursachten. Im Jahre 1897
wurde eine neue Siedeanlage erbaut, auch wurde die Mühleneinrichtung ver
größert. Letztere erforderte 18145,93 M. Kosten; während die neue Siede
anlage einen Kostenaufwand von 181 285,40 M. verursachte. Eine im Jahre
1899 abermals notwendig gewordene Vergrößerung der Salzmühle beanspruchte
21 333,28 M. Kosten. Ein im Jahre 1900 beschaffter Backenbrecher, sowie
der Bau einer mechanischen Grubenförderungs-Anlage, ferner einige kleinere
Aufwendungen für die Schacht- und Mühleneinrichtung erforderten insgesamt
23,387,76 M. Bei der im Jahre 1903 von der Stadt Heilbronn erbauten
Neckargartacher Fahrbrücke beteiligte sich die Gesellschaft mit einem Baukosten
beitrag von 25 000,00 M. Die Brücke brachte zahlreichen Arbeitern des Wer
kes eine Verkürzung ihres Wegs. In demselben Jahr kam ein Reisert'scher
Wasserreiniger zur Aufstellung, da sich das von der Stadt Heilbronn gelieferte
Kesselspeisewasser als sehr hart erwies. Das Jahr 1905 brachte eine Erweite
rung des Gebäudes der Hauptfördermaschine durch einen Anbau, in welchem
eine Hilfsfördermaschine untergebracht wurde. Zur selben Zeit gelangte in der
Grube eine Hochdruckzentrisngalpnmpe und eine Plungerpumpe zur Aufstellung.
Das folgende Jahr machte die Erbauung eines neuen Gebäudes für die Ver
ladung notwendig. Im Jahre 1907 wurde die Bewetterung durch Aufstellung
eines größeren Ventilators mit Motor verbessert. Die Zahl der elektrischen
Bohrmaschinen wurde vermehrt, auch wurde ein zweiter Transformator in Be
trieb genommen. Auch die Mühlcneinricktung wurde entsprechend den gesteigerten
Anforderungen erweitert. Die Vergrößerung betraf 1 Brecher, 2 'Schleuder-
niühlen und 1 Sieb mit Elevator. Aehnlich wurde die Kraftanlage verstärkt,
die drei neue Dampfkessel und eine 500pferdige Dampfmaschine erhielt. So
zeigt sich uns in allem ein auf der Höhe der Zeit stehender Bergbau- und
Salinenbetrieb, in seiner Gesamtheit etwas Mustergiltiges darstellend. Eine
überaus glänzende wirtschaftliche und technische Entwicklung hat das „Salzwerk
Heilbronn" innerhalb der deutschen Salzindustrie zu einem der ersten Unterneh
men gemacht.