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riger sind. Auch sonstigen sozialen Wohlfahrtseinrichtungen, wie Badegelegenheit
für die Arbeiter usw., ist im weiten Umfange Rechnung getragen. Die
Arbeitsverhältnisse im Salzbergbau und Salinenwesen Württembergs dürfen daher
als zufriedenstellende bezeichnet werden.
Für die Entwicklung der württembergischen Salzproduktion sollte sich in
dem letzten Jahrzehnt ein Kartell von nicht unerheblicher Bedeutung erweisen.
Es handelt sich um die „Deutsche Salinenvereinigung", die nach dem Vertrage
vom 7. Juli 1900 insgesamt 66 Salinen umfaßte. Zweck der Vereinigung ist
Regelung der Produktion unter Ausschluß der gegenseitigen Konkurrenz. Die
Mitglieder der „Deutschen Salinenvereinigung" sind teils einzelne Salinen, teils
Unterverbände von Salinen. Es wird hier eine Nordgruppe und Südgruppe
unterschieden. Die Südgruppe zeigt folgende Zusammensetzung: Sie besteht 1.
aus dem „Verbände der rechtsrheinischen Salinen", der folgende Unterverbände
uinfaßt: a) Die Kgl. bayerischen Staatssalinen zu Berchtesgaden, Reicheuhall,
Traunstein und Rosenheim mit dem Vorort München; b) die Kgl. württembergischen
Staatssalinen Friedrichshall, Clemenshall, Hall, Wilhelmshall und
Sulz a. N. mit dem Vorort Stuttgart; c) die Württembergische Saline Heilbronn
; ä) die Großherzogl. badischen Salinen zu Dürrheim und Rappenau und
e) die hessische Saline L u d w i g s h a l l bei Wimpfen. Insgesamt 13
Salinen mit dem Verbandsvorort Stuttgart.
In diesem „Verbände der rechtsrheinischen Salinen" ist auch der seit 80
Jahren bestehende „Verein der N e ck a r s a l in e n" vertreten, der von den
Staatssalinen Friedrichshall, Clemeushall, Rappenau und Ludwigshall (Wimpfen)
gebildet wird. Der „Verein der Ncckarsalinen" bezweckt den Absatz von Sudsalz
im Deutschen Reich unter Ausschluß von Württemberg, Baden und dem
Großherzogtum Hessen, sowie nach dem Ausland für gemeinsame Rechnung. Geschichtlich
haben wir diesen „Verein der Neckarsalineu" schon eingangs erwähnt;
für die Gegenwart waren nähere Angaben aus naheliegenden Gründen nicht zu
erhalten. Als Vorort für den Verein gilt Friedrichshall. Zur Südgruppe gehört
dann noch das „Salzverkaufskomptoir Die uze", welches die
vier lothringischen Salinen Dieuze, Chambrey, Saaralben (Gagnerot & Cie.)
und Salees Eaux, sowie die Einzelsaliuen: Stetten, Nauheim, Salzbronn und
Haras zusammenschließt. In der Südgruppe sind hiernach 21 Salinen vertreten,
deren Borort Stuttgart ist. Sämtliche Salinen der Südgrupps, mit Ausnahme
der Saline Stetten, gehören der „Deutschen Salinenvereinigung" an. Mit der
Kgl. preußischen Saline Stetten im Fürstentuin Hohenzollern besteht ein Sonderabkommen.
Zu erwähnen wären noch zwei für Steinsalz bestehende Verkaufsvereinigungen
: 1. Der „Ausschuß der Steinsalzwerke zw Leopolds-Hall-Staßfurt"
und 2. der „Verband Norddeutscher Steinsalzwerke"
zu Leopoldshall-Staßfurt und zu Hohensalza (Jnowrazlaw).
Letzterer bildet nur einen Teil des ersten Verbandes. Der Vollständigkeit halber
sei auch noch genannt: das „K a l i s y n d i k a t G. m. b. H. zu Leopoldsh
a l l - A n h a l t", das, wie bekannt, Absatz und Produktion der gesamten deutschen
Kaliwerke regelt ^). Näher darauf einzugehen, gehört nicht zu unsrer Aufgabe,
zumal über die deutsche Kaliindustrie und das im weitesten Umfange in
der Oeffentlichkeit stehende Kalisyndikat eine reiche Literatur vorhanden ist 2 ).
1) Paxmann, Salzbergbau und Salinenwesen, Seite 173. Berlin 1907.
2) E. H. Paxmann, Die Kaliindustrie in ihrer Bedeutung und Entwicklung. 1899.