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sches Lehen in den Händen von Privatpersonen, die nach der Form der Sie
derschaft die Gesiede, im ganzen vierzehn, unter sich verteilten. Insgesamt wa
ren 14 Pfannen vorhanden. Jeder Sieder konnte abwechslungsweise den Brun
nen eine Woche lang benutzen. Im Jahre 1735 kaufte Württemberg sämtliche
Anteile der Siederschaft an, sodaß von dieser Zeit an die Saline Sulz in staat
liche Verwaltung überging. In der Mitte des 18. Jahrhunderts zeigte die
Sole einen so geringen Gehalt, daß die Verarbeitung derselben kaum noch mit
Nutzen betrieben werden konnte. Man berief daher einen in jener Zeit weit
bekannten Salinenkundigen, den' dänischen und kurpfälzischen Geheimen-Rat
v. Beust, welcher der Saline ihren alten Solegehalt wieder verschaffen sollte.
Beust ließ etwa 20 Schuh vom alten Brunnen entfernt einen neuen Schacht
abteufen und erzielte hiermit 1748 auch eine 3°/» starke Soole, die jedoch im
nächsten Jahr wieder auf 1 °/> sank. Noch schlimmer war, daß die alte Quelle
durch den neuen Schacht geschwächt wurde, da zwischen beiden sich eine Kom
munikation eingestellt hatte. Alles dies waren Erscheinungen, welche die geringe
wissenschaftliche Entwicklung der Salinenkunde in damaliger Zeit zur Ursache
hatten. Im Jahre 1759 wurden die Bohrarbeiten auf den unteren Solen
strich ausgedehnt. Man brachte das hinterste Gesenke auf 50 Lachter Tiefe,
wodurch der untere Solenstrich erreicht und eine 5 prozentige Sole erbohrt
wurde, die stündlich 660 Maß lieferte. Allein auch hier sank der Gehalt der
Sole bald auf 3%. In den 1780 er Jahren teufte man den alten Hallerden
schacht auf etiva 80 Fuß ab, in welcher Tiefe man dann sogenannte Reservat-
Oerter auf Steinsalz trieb, das sich von hier aus in bedeutenden Trümmern ins
Gebirge schob. Man förderte viel Hallerde (salzhaltigen Tongips), der sich uni
jene Zeit die Landwirtschaft als Düngemittel im ausgedehntesten Maße zu be
dienen begann. Der Hallerdenschacht zeigte jedoch in dieser Tiefe kein erheblich
anstehendes Steinsalz, man teufte daher weiter ab und stieß zuletzt auf eine
2% starke Sole, was zur Folge hatte, daß die Reservat-Oerter unter Wasser
gesetzt wurden. Um dieselbe Zeit begann man auch das neue hinterste Gesenke,
das im Jahre 1809 durch einen Durchschlag mit dem alten hintersten Gesenke
verbunden wurde. Nach Fertigstellung dieser Arbeiten ergaben beide Gesenke
stündlich 1100—1200 Maß 3 prozentige Sole. Im Jahre 1794 wurde der
neue Hallerden-Schacht begonnen, da der alte Schacht zu nahe am neuen Stollen
lag und man anderseits Wasserzuflnß befürchtete. In der Zeit von 1804 bis
1815 brachte man noch mehrere Schächte auf der Saline Sulz nieder. Erheb
liche Verdienste um die technische und bauliche Entwicklung hatte sich der Salz-
faktor und Rat Georg Friedrich Heß, sowie der Salinen-Jnspektor Joh. Georg
Schmid Ende des 18. Jahrhunderts erworben. Den Anregungen des letzteren
Salinen-Jnspektors Schniid hatte man im wesentlichen das Erbohren der neuen
Salzquellen zu verdanken.
Im Jahre 1788 zeigte die Herzogl. Saline zu Sulz folgenden Betriebs
umfang *). Für die Solenfördernng standen im Betrieb: die älteste Quelle im
mittleren Gesenke, welche stündlich 3—4000 Maß gab; zweitens die Quelle
von 1763 im hintersten Gesenke, mit einer stündlichen Leistung von 1100 bis
1200 Maß Sole; drittens die im Jahre 1782 erbohrte Quelle im alten
1) Prof. Friedr. Rösler, Naturhistorische und Technologische Nachrichten von
der Saline zu Sulz. Tübingen 1788, Seite 66 f.