Umsatze gelangen, so daß dadurch bei steigender Nachtrage auch die
zeitweilige Produktion einen Einfluß auf den Wert auszuüben vermag,
wie. das in der neuesten Zeit bei dem Silber zu Tage getreten ist.
Der Wert der Edelmetalle wird aber auch, obgleich nur in be- Produktions-
schräuktem Maße, durch die Produktionskosten beeinflußt, indem sie os Sl
die Grenze angeben, unter welche der Wert nicht sinken kann, wei ent
sonst die Produktion aufhören würde. Auf der anderen Seite bietet 0
eine Ermäßigung der Produktionskosten die Möglichkeit eines Sinkens
des Wertes, wie dafür gleichfalls in der neuesten Zeit das Silber ein
Beispiel geboten hat.
Für diejenigen Länder, welche Gold und Silber nicht selbst pro-
duzieren, sondern ganz oder zum Teil von Anderen einhandeln müssen,
treten noch als wichtige Momente der Wertbestimmung die Her-
stellungs- und die Transportkosten für die Waren hinzu, welche nach
den Minenländern zum KEintausch edler Metalle abgegeben werden. In
Ländern auf tiefer Stufe der Kultur, die nur schwer transportable und
auf dem Weltmarkt billige Rohstoffe auszuführen haben, ist daher der
Wert des Metalls höher als in Ländern mit entwickeltem Handel und
größerer Industrie, deren Erzeugnisse wertvoller sind, billiger exportiert
werden können und in den. Minenländern mit Vorliebe genommen
werden, Aus diesem Grunde finden wir trotz des regen Handelsver-
kehrs zwischen den verschiedenen Ländern große Ungleichheiten in
dem Werte der Edelmetalle. In Gegenden mit ergiebigen Goldminen
ist das Gold auffallend billig. Es besitzt nur eine geringe Kaufkraft;
die Preise aller Waren sind außerordentlich hoch, z. B. in Californien,
in Johannisburg, in den betreffenden Gegenden Australiens. Je weiter
man sich von diesen Punkten entfernt, schon im Osten der Ver-
einigten Staaten, am Cap hat das Metall einen höheren Wert. Die
Preise, wenigstens für eine große Zahl von Gütern, sind niedriger.
In Europa hat das Gold in Deutschland eine größere Kaufkraft wie
in England, in dem Inneren von Rußland eine größere als in Deutsch-
land, was in der Hauptsache auf die erwähnten Momente zurück-
zuführen ist.
8 28.
Wertschwankungen des Geldes,
Lindsay, Die Preisbewegung der Edelmetalle seit 1850. Jena 1893.
Die Auffassung des Geldes als einfacher Ware schloß die An-
nahme in sich, daß der Wert des Geldes allein bestimmt werde durch
die Quantität, welche sich in Umlauf befände. So sind vor allem
David Hume, John Stuart Mill Vertreter der sogen. Quantitäts-
theorie, Dieselben fassen die ganze Geldwertbestimmung wie folgt
auf: Dem Gelde gegenüber steht die Gesamtheit der Güter, welche in
der Volkswirtschaft gebraucht und‘ daher mit Geld gekauft werden,
Der Wert beider muß gleich angenommen werden, um mit der Ge-
samtheit des Geldvorrates die Gesamtheit des Warenvorrates kaufen
zu können. Wird nun der Geldvorrat erhöht, während der Waren-
vorrat der gleiche bleibt, so behält der erstere in der Gesamtheit den
gleichen Wert, während jeder Teil nach der Vermehrung einen ge-
ringeren Wert besitzt. Derselben Quantität Waren steht eben mehr
Geld gegenüber, welches dafür hingegeben werden muß; mit anderen
Juantitäts-
theorie.