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wechslern) Geld aufgenommen, wofür Zahlungsanweisungen aus
den Provinzen zur Deckung gegeben und ein Zins geleistet
wurde*®),
Wie sehr die Geldgeschäfte blühten, beweist auch die Tat-
sache, daß Agenten hoher Würdenträger (Veziere) die An-
weisungen auf Gehalte von Staatsbediensteten zu halbem Preise
aufkauften und sie dann voll eintrieben?"), wodurch viel Geld
verdient wurde.
Die Steuereinkünfte des großen Reiches gingen im Laufe der
Zeit, schon seit dem 9. Jahrhunderte, offensichtlich zurück*®).
Man wird nicht einen Grund allein dafür geltend machen dürfen.
Sicherlich Kat Verschiedenes dazu mitgewirkt. Einmal äußere Um-
stände, wie sie durch die früheren Ausführungen bereits ersichtlich
werden: Usurpationen durch das Militär®) einerseits und Ver-
ödung oder Ertragsminderung durch Kriegsläufte oder Steuer-
nachlässe anderseits. Dann aber hat die Ausbildung des Lehens-
wesens, das ja gerade auf die Steuereinkünfte zunächst gerichtet
war), sehr viel dazu beigetragen, daß die wirklichen Einnahmen
des Staates selbst zurückgingen. Endlich mußte die Verselbständi-
gung einzelner Statthalter und Emire*) in derselben Richtung
wirksam werden.
Auch das Araberreich hat ja in der späteren Zeit eine poli-
tische Dezentralisation erfahren und eine Feudalverfassung ent-
wickelt, indem das Lehenswesen dann nicht mehr bloß die Ein-
nahmen aus den Steuern, sondern die Ländereien selbst und die
Immobilien sonst (städtische Güter) ergriff”), die Wakfgüter aber
eine immer größere Ausdehnung erfahren haben, wie immer
der Staat auch gelegentlich auf diese gegriffen hat. Einer der besten
Kenner des Islams hat geurteilt: „Das Wakfsystem war einer der
Hauptgründe für den wirtschaftlichen Niedergang des Orients**).“
%) A.v. Kremer a.a.O. S.63.
57) Ebda. S. 61.
) Ebda. S.42, 44, 46.
39) Siehe oben S. 101.
%) Siehe oben S. 102.
*) Siehe oben S. z04.
®) Vgl. oben S. 102. .
») Vgl. C.H. Becker, Zur Kulturgesch. Nordsyriens. Islamstudien 1, 266.