Full text : Die deutsche Ölmüllerei

1.  Die  treibenden  Kräfte.

119

Arbeit  beim  Füllen  und  Entleeren  der  Seiher  nur  noch  darin
besteht,  daß  der  Arbeiter  die  Preßdeckel  und  Zwischenbleche
hineinlegt,  bzw.  von  den  ausgepreßten  Kuchen  abzieht.  Diese
Füllpressen  werden  direkt  unter  dem  Samenwärmer  angebracht,
und  eine  einzige  genügt  zum  Betriebe  von  3—6  Pressen.  Die
Seiher  werden  dabei  zum  Entleeren  und  Füllen  aus  der  Presse
auf  einen  Wagen  gezogen  und  zur  Füllpresse  gefahren,  und  es
ist  zu  einem  kontinuierlichen  Betriebe  nur  ein  überzähliger
Seiher  nötig.  Zur  Bedienung  einer  derartigen  Seiherpressenbatterie ­
  sind  nur  zwei  Arbeiter  nötig  (der  eine  an  der  Füllpresse,
der  andere  zur  Bedienung  des  Wagens),  und  eine  jede  ihrer
Pressen  verarbeitet  bei  einer  Seiherabmessung  von  1200  zu
450  mm  und  einer  Druckdauer  von  je  35  Minuten  in  24  Stunden
ca.  4500  kg  Sesam  oder  Erdnuß  zweiter  Pressung 22 ).
Obgleich  das  Verbringen  der  Seiher  auf  die  Wagen  und  das
Fahren  zur  Füllpresse  heute  meistens  durch  maschinelle  Kraft
geschieht,  erfordert  es  doch  besonders  bei  kurzer  Druckdauer
(beim  Vorschlag)  relativ  viel  Zeit  und  Mühe.  Diese  Umständlichkeit ­
  des  Hin-  und  Herfahrens  wird  vermieden  bei  den  sogen.
Drehpressen,  in  denen  zwei  Seiher  um  eine  Säule  drehbar  aufgehängt ­
  sind.  Während  der  eine  Seiher  sich  unter  der  Presse
befindet  und  unter  Druck  steht,  wird  der  zweite  ausgeschwenkte
Seiher  in  einer  an  die  Hauptpresse  angebauten  Füllpresse  entleert ­
  und  gefüllt.  Da  selbst  bei  den  größten  Konstruktionen  des
Seihers  die  Zeit,  welche  zum  Entleeren  und  Füllen  eines  Seihers
nötig  ist,  nur  etwa  13  Minuten  beträgt,  kann  man  aber  eine
solche  Drehpresse,  namentlich  bei  längerer  Preßdauer,  nur  sehr
unvollkommen  ausnutzen.  Um  die  Ausnutzung  der  Presse  zu
steigern,  zieht  man  neuerdings  auch  die  Füllpresse  zur  eigentlichen ­
  Preßarbeit  mit  heran.  Man  preßt  nämlich  auf  ihr  mit  dem
Ausstoßkolben  schon  einen  gewissen  Teil  des  Öles  ab  und
schwenkt  erst  nach  einer  angemessenen  Zeit  den  teilweise  ausgepreßten ­
  Seiher  unter  die  Hauptpresse,  wo  er  nun  in  relativ
kürzerer  Zeit  völlig  ausgepreßt  wird 23 ).  Derartige  Drehpressen
sind  bekannt  unter  dem  Namen  „Verbundpressen“.  Das  Ummalige ­
  Charge  des  Seihers  zu  erhöhen,  baute  man  diese  Apparate  dann  bald
so,  daß  man  mit  ihnen  beim  Laden  auch  die  Samenmasse  zusammendrücken
konnte.
* 2 )  Nach  Ubbelohde,  1.  c.  Bd.  I,  S.  484.
2 »)  Nach  Ubbelohde,  1.  c.  Bd.  I,  S.  489.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.