Full text : Die deutsche Ölmüllerei

1.  Die  treibenden  Kräfte.

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auf  eine  Qualitätsverbesserung  der  Fabrikate  hinzielten.  Dabei
handelt  es  sich  in  den  meisten  Fällen  um  die  Qualität  der  erzeugten ­
  Öle;  diese  ist  abhängig,  einmal  von  dem  Reinheitsgrad
der  verarbeiteten  Rohmaterialien,  andererseits  von  einer  sorgfältigen ­
  Entfernung  der  bei  der  Gewinnung  in  die  Öle  übergeführten ­
  Verunreinigungen.
Naturgemäß  spielen  diese  Manipulationen  (Entfernung  aller
Fremdkörper  aus  den  Rohmaterialien  und  Reinigung  der  Öle)
die  größte  Rolle  bei  den  Speiseölen,  ist  doch  deren  Geschmack
und  Geruch  und  damit  ihr  Preis  in  erster  Linie  abhängig  von
ihrer  absoluten  Reinheit.  Etwas  anders  verhält  es  sich  mit  den
für  gewerbliche  Zwecke  bestimmten  Ölen.  Hier  handelt  es  sich
nicht  ganz  allgemein  um  einen  mehr  oder  minder  großen  Reinheitsgrad, ­
  sondern  es  wird  meistens  von  den  Abnehmern  nur
die  Abwesenheit  von  ganz  bestimmten  Verunreinigungen,  die
gerade  für  ihre  speziellen  Verwendungszwecke  schädlich  sind,
verlangt.  So  kommt  es,  daß  in  den  Fabriken,  welche  sich  ausschließlich ­
  mit  der  Erzeugung  technischer  Öle  befassen,  sich
die  Saatreinigung  fast  überall  auf  eine  Absiebung  der  groben
Verunreinigungen  beschränkt,  und  die  Öle  nur  so  weit  gereinigt
werden,  als  dies  für  ihre  weitere  Verarbeitung  nötig  ist.  ln  den
Speiseölfabriken  dagegen  bilden  die  Abteilungen  für  die  Reinigung ­
  der  Rohmaterialien  und  die  Raffination  der  erzeugten  Öle
die  wichtigsten  Teile  der  Fabrikation.  Umständliche  Saatreinigungsanlagen, ­
  bestehend  aus  den  verschiedensten  Sieb-,  Ventilations-,
  Magnet-,  Wasch-  und  Bürstapparaten,  sowie  Trieuren,
sorgen  in  den  modern  eingerichteten  Speiseölfabriken  für  die
vollkommene  Entfernung  aller  fremden  Beimengungen.  Zur
Raffination  sind  die  verschiedensten  Verfahren  in  Gebrauch,  die
jedoch  im  einzelnen  von  den  meisten  Fabriken  streng  geheimgehalten ­
  werden,  denn  die  richtige  Auswahl  der  passendsten
Raffinationsmethoden  aus  der  Unzahl  der  bekannten  Verfahren
ist  nicht  immer  leicht  zu  treffen.  „Sie  erfordert,“  wie  Hefter  in
seinem  mehrfach  zitierten  Werke 47 )  schreibt,  „neben  genauer
Kenntnis  der  Natur  der  einzelnen  Fette  ein  inniges  Vertrautsein
mit  der  Weiterverarbeitung  derselben  und  eine  reiche  Erfahrung.
Fällt  es  auch  nicht  schwer,  die  Grundmethode  zu  wählen,  nach
welcher  ein  Fett  raffiniert  werden  soll,  so  ist  das  Anpassen  der

* 7 )  Bd.  I,  S.  590.
            
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