Full text: Rechte der Hypothekengläubiger an Miet- und Pachtzinsen

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36. Halle a. Zwangsverwalter D. schreibt: 
„Ich besorgte etwa 100 Verwaltungen. Verfügungen 
lagen in 80 Proz. aller Falle vor; besonders häufig sind die 
seit der Entscheidung des Reichsgerichts von 1906." 
87. Hannover: Zwangsverwaltcr H. schreibt: 
„Ich kann bestätigen, daß Zessionen und Pfändungen 
der Mieten verhältnismäßig oft vorkommen und daß da 
durch Schaden entsteht. Es liegt unzweifelhaft im Interesse 
der Ordnung und Gerechtigkeit, daß der Schütz der Hypo 
thekengläubiger ein besserer — sicherer — wird." 
38. Karlsruhe: Zwangsverwalter Rechtsanwalt G. 
schreibt: 
„Ich kann über meine Erfahrungen, welche ich während 
Uleiner Tätigkeit als Zwangsverwalter im Laufe dreier 
Jahre gemacht habe. genaue zahlenmäßige Angaben nicht 
machen, da ich meine diesbezüglichen Handakten dem Voll 
streckungsgericht abgegeben habe. Soviel kann ich aber be 
stimmt angeben, daß fast in allen Fällen mit verschwindend 
wenig Ausnahmen die Mietzinsen zediert oder verpfändet 
waren." 
39. Karlsruhe: Zwangsverwaltcr Rechtsanwalt St. 
schreibt: 
„In den vrw mir bisher geführten Zwangsverwal- 
tungen (etwa. 30 an der Zahl) lag in keinem Falle eine 
fingierte Abtretung oder Pfändung der Mietzinsen vor. 
Dagegen waren in den weitaus meisten Fällen die 
Mieten von Nichthypothekengläubigern gepfändet. Da auch 
durch diese an sich unanfechtbaren Pfändungen das Recht 
des Hypothekengläubigers und namentlich der an späterer 
Stelle stehenden Hypothekare auf Befriedigung durch die 
Einnahmen aus dem beliehenen Grundstück in hohem Maße 
beeinträchtigt wird. sollte bei einer Gesetzesänderung dieser 
Normalfall der eiilwandfreien Pfändung in erster Linie 
beriicksichtigt werden. 
Der gerade nicht voir besonderem Verständnis für die 
Lage der Hypothekare zeugenden Entscheidung des Reichs 
gerichts von 1906 folgen die hiesigen Vollstreckungsgerichte 
nicht." 
40. Köln: Zwangsverwalter W. schreibt: 
„Die Zahl der von mir seit Jahren geführten Zwangs- 
verwaltuilgen betrug 1907 155 Stück. 1908 91 Stück. 1909 
167 Stück, 1910 133 Stück. 1911 88 Stück, 1912 bis heute 
86 Stück. Fast in sämtlichen Fällen waren die Mieten, sei 
es durch Nießbrauch. Zessionen oder Pfändungen, durch
	        
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