Full text : Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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alten  und  Gebrauchseisen  zum  Trödler  wandert,  mußten
entsprechend  dem  im  Laufe  der  Jahrzehnte  zunehmenden
Eisenverbrauche  eine  gewisse  Spanne  Zeit  später  auch
ähnliche  zunehmende  Schrottmengen  auf  den  Markt  kommen. ­
  Diese  immer  mehr  anwachsenden  Schrottmengen
bilden  dann  die  Grundlage  zu  der  in  gleichem  Maße  wachsenden ­
  Martinstahlerzeugung.  Die  Eisengießereien  kauften
von  jeher  größere  Mengen  Alteisen  auf,  um  sie  im  Kupolofen ­
  mit  Roheisen  vermischt  wieder  einzuschmelzen.  Aber
der  Bedarf  der  Gießereien,  der  sich  heute  auf  etwa  5  bis
700000  t  beläuft,  ist  bei  weitem  nicht  groß  genug,  um
alles  Alteisen  aufzunehmen.  So  bauten  denn  die  Eisenwerke ­
  zu  Beginn  kleinere  Martinöfen  und  schmolzen  darin
das  in  ihren  Betrieben  fallende  Abfalleisen,  den  sogenannten ­
  Hüttenneuschrott,  selbst  wieder  um,  wenn  es  keine
Verwertung  als  Zusatz  für  zu  heiß  geblasene  Chargen  im
Konverter  finden  konnte.  So  finden  wir  im  Jahre  1880
in  Deutschland  12  Martinöfen  mit  einem  Fassungsvermögen
von  3—10  t.  Natürlich  fand  das  in  diesen  Oefen  dargestellte ­
  Metall  anfänglich  nicht  die  Berücksichtigung  eines
nach  besonderem  Verfahren  erschmolzenen  Stahles.  Erst
als  das  Angebot  von  Altschrott  dem  früheren  Eisenverbrauche ­
  entsprechend  größer  wurde  und  die  der  Stahlproduktion ­
  entsprechenden  Mengen  Hüttenneuschrott  immer
mehr  anwuchsen,  wurde  die  Anzahl  und  auch  das  Fassungsvermögen ­
  der  Martinöfen  immer  größer.  So  haben  wir
schon  im  Jahre  1885  eine  Martinstahlerzeugung  von  276000  t,
die  10  Jahre  später  die  erste  Million  Tonnen  überstieg.  Zu
Beginn  des  Jahres  1900  finden  wir  in  Deutschland  219  basische ­
  und  23  saure  Siemens-Martinöfen,  und  augenblicklich ­
  sind  auf  deutschen  Flußeisenwerken  361  Martinöfen
mit  einem  Gesamtfassungsvermögen  von  10117  t  im  Betrieb,
Mit  dieser  fortschreitenden  Menge  der  Erzeugung
mußten  natürlich  auch  die  Bauart  und  die  Einrichtungen
            
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