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Jahren und um die Jahrhundertwende am Rhein und der
Ruhr die großen modernen Hochofenwerke und die Umbauten
der alten Werke. Auf diese Weise machten sich
die nordwestlichen Werke unabhängig vom Roheisenbezug
und der Südwesten trat mit ihnen in Wettbewerb, indem
er dieselben Fertigprodukte auf den Markt brachte. Damit
trat der Absatzgesichtspunkt dem Gesichtspunkt des
Rohstoffbezuges gegenüber beherrschend in den Vordergrund.
Während nun der Nordwesten die möglichst günstigsten
Absatzverhältnisse hat, so ist die südwestliche
Eisenindustrie ohne aufnahmefähigen Markt in der Nähe
und muß ihren Absatz in der Ferne suchen, was ihr dadurch
erschwert wird, daß ihr kein brauchbarer Wasserweg
zur Verfügung steht und im Westen die französische
Zollbarriere ihr den Zugang verwehrt.
Daher war die südwestliche Industrie schon seit
Jahren bestrebt, eine geeignete Wasserstraße für den Absatz
ihrer Erzeugnisse nutzbar zu machen. Als solche
kamen in erster Linie die Saar und Mosel in Betracht und
das Bemühen der Industriellen ging dahin, die Regierung
für die Kanalisierung dieser beiden Flüsse zu gewinnen.
Für die südwestdeutsche Industrie ist die Kanalisierung
von Mosel und Saar von größter Bedeutung. Dieser
Erkenntnis ist von maßgebender Seite immer wieder Ausdruck
verliehen worden. Noch im Jahre 1902 betrug der
Anteil Südwestdeutschlands an der gesamten Roheisenerzeugung
39,72 7 0 , der Anteil Rheinland-Westfalen 38,69 %!
im Jahre 1911 hingegen war der südwestdeutsche auf
37,60 % gesunken, der rheinisch-westfälische Anteil auf
43,97 % gestiegen. In diesenZiffern spiegelt sich deutlich
das verhältnismässige Zurückbleiben der südwestdeutschen
Eisenindustrie wieder. Die Kanalisierung der Mosel und
Saar ist freilich nicht nur für die Industrie, sondern auch
für Handel, Schiffahrt und namentlich für die Landwirt-