Full text : Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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man  anfänglich  den  Martinofen  nur  dazu,  die  im  eigenen
Betriebe  entstehenden  Abfallstücke  von  Eisen  und  Stahl
wieder  umzuschmelzen.  Doch  nicht  alle  Werke  bauten
Martinöfen,  sondern  verkauften  ihren  Schrott  zu  billigen
Preisen  an  die  Nachbarwerke.  So  entstand  denn  aus  dem
Notbehelf  allmählich  das  selbständige  Verfahren.  Die  Bedingungen ­
  zur  weiteren  Ausbreitung  des  Martinverfahrens
waren  nun  gerade  für  die  niederrheinisch-westfälische
Eisenindustrie  die  denkbar  günstigsten.  Denn  der  Martinstahl ­
  ist  dort  am  billigsten  herzustellen,  wo  die  billigste
Kohle  und  der  meiste  und  billigste  Schrott  vorhanden  ist.
Diese  Rohstoffe  weist  Niederrheinland  und  Westfalen  in
einzigen  Verhältnissen  auf.  Seine  Eisenwerke  liegen  unmittelbar ­
  auf  der  besten  deutschen  Kohle,  zumeist  sogar
auf  eigener  Kohle.  Die  Menge  des  Hüttenschrottes  bestimmt ­
  sich  nach  der  Ausdehnung  der  Herstellung  von
Fertigerzeugnissen  in  den  Stahl-  und  Walzwerken,  und
letztere  sind  in  sehr  großer  Menge  vorhanden.  Die  Größe
der  gewerblichen  Altschrottmassen  richtet  sich  nach  dem
Alter,  der  Anzahl  und  der  Größe  gewerblicher  Betriebe,
welche  Fabrikhallen,  Maschinen  und  sonstige  eiserne  Vorrichtungen ­
  benutzen.  Die  Größe  der  Eisenbahnschrottmassen ­
  bestimmt  sich  nach  der  Ausdehnung,  der  Dichtigkeit ­
  und  der  Benutzung  des  Eisenbahnnetzes.  Die  Menge
des  Haus-  und  Bauschrottes  und  Kleinschrottes  endlich
bestimmt  sich  in  erster  Linie  nach  der  Dichtigkeit  der
städtischen  Bevölkerung.
Das  ganze  Niederrheinisch-westfälische  Industriegebiet ­
  ist  von  Fabriken  übersät.  Eine  blühende  Kohlenindustrie, ­
  Maschinenindustrie,  Textilindustrie,  chemische
Industrie,  Holzindustrie,  Lederindustrie  ist  vorhanden.
Auch  ist  es  von  dem  dichtesten  Eisenbahnnetze  bedeckt.
Zahlreiche  große  Verkehrsstrecken  mit  unzähligen  Gleisen
und  Nebenlinien  liegen  dort  nebeneinander.  Infolgedessen
            
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