Full text: Fortschritt und Armut

\26 
Buch III. 
Die Gesetze der Verteilung. 
druck betrifft, welcher den Ertrag des Kapitals bezeichnen soll, so herrscht 
darüber in den Werken der tonangebenden Richtung eine ganz absonder 
liche Zweideutigkeit und Verwirrung. 
Von den Worten des gewöhnlichen Sprachgebrauchs kommt das 
Wort Zins dern ausschließlichen Ausdrucke des Begriffs einer Vergütung 
für Kapitalnutzung am nächsten, denn dasselbe involviert wie es ge 
wöhnlich gebraucht wird, die Vergütung für Kapitalnutzung ausschließ 
lich aller Arbeit für Verwendung oder Verwaltung des Kapitals, sowie 
ausschließlich jedes weiteren Risikos als desjenigen, das mit der Sicherheit 
des beliehenen Gegenstandes verknüpft ist. Das Wort Gewinn ist, 
wie es gewöhnlich gebraucht wird, beinahe gleichbedeutend mit Ein 
kommen und bedeutet eine über eine ausgegebene Summe hinaus 
zurückemxfangene Summe, involviert auch häufig Einnahmen, die 
eigentlich Grundrente find, während es fast immer Einnahmen ein 
schließt, die eigentlich Löhne, sowie Vergütungen für das den verschie 
denen Kaxitalverwendungen eigentümliche Risiko sind, wofern also 
dem Sinne des Wortes nicht äußerste Gewalt angetan wird, darf es in 
der Nationalökonomie nicht gebraucht werden, um den auf das Kapital 
entfallenden Anteil, im Gegensatze zu den der Arbeit und den Grund 
besitzern zukommenden Anteilen, zu bezeichnen. 
Übrigens ist alles dies in den Hauptwerken der Nationalökonomie 
anerkannt. Adam Smith erläutert treffend, wie die Löhne und die 
Vergütungen für Risiko einen bedeutenden Teil der Gewinne ausmachen, 
indem er darauf hinweist, wie der große Verdienst der Apotheker und 
kleinen Krämer in Wirklichkeit der Lohn ihrer Arbeit und nicht die Zinsen 
ihres Kapitals sind; wie ferner die bisweilen in gewagten Geschäften 
gemachten großen Gewinne, wie beim Schmuggel oder im Holzhandel, 
tatsächlich nur Vergütungen für Lxtrarisiko sind, das auf die Länge 
den Ertrag des dazu verwendeten Kapitals auf den gewöhnlichen Satz 
oder darunter drückt. Ähnliche Erläuterungen werden in den meisten 
der späteren Werke gegeben, wo der Gewinn ausführlich in seinem ge 
wöhnlichen 1501116 definiert ist, vielleicht mit Ausschluß der Grundrente. 
)n allen diesen Werken wird dem Leser gesagt, daß der Gewinn aus 
drei Elementen bestehe, aus dem Lohne für die Aufsicht, der Ausgleichung 
für das Risiko und den Zinsen, d. h. der Vergütung für die Benutzung 
des Kapitals. 
Demnach kann der Gewinn, weder seinem gewöhnlichen, noch 
dem ihm von der herrschenden Nationalökonomie ausdrücklich bei 
gelegten Sinne nach, einen jplatz in der Erörterung der Güterverteilung 
unter die drei Faktoren der Produktion haben. Sowohl dem gewöhn 
lichen wie dem ihm ausdrücklich beigelegten Sinne nach bedeutet die 
Rederei von einer Verteilung der Güter in Grundrente, Lohn und Gewinn 
nichts anderes, als wenn man von der Teilung der Menschheit in Männer, 
Weiber und Menschen spräche. 
Dennoch - geschieht dies, zur äußersten Verwirrung des Lesers,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.