Sassaparille
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Satin
*ax (Stechwinde), von denen als Stammpflan
zen namentlich Smilax syphilitica, Smilax
tnedica, Smilax sassaparilla und Smilax
officinalis angegeben werden, doch ist nicht
tnit Sicherheit bekannt, von welchen die ein
zelnen Handelssorten abstammen. Die Smilax-
Arten sind immergrüne rankende und stachlige
Sträucher mit knollig verdicktem Wurzelstock,
von dem zahlreiche, sehr lange, bis federkiel
dicke Nebenwurzeln ausgehen. Je nach Orts
gebrauch werden entweder die ganzen Wurzeln
oder nur die abgelösten Nebenwurzeln in den
Handel gebracht. Die letzteren sind bisweilen
mehr glattrund, oft aber auch längsrunzelig oder
kantig. Ihre äußere Farbe schwankt von gelb
lich- oder rötlichbraun bis zum dunkleren
Braun. Auf dem Durchschnitt zeigt sich die
Rinde, je nach der Art, bald dünn, bald ver
dickt, im letzteren Falle dicht mit Stärkemehl
erfüllt und daher weiß oder rötlichweiß. Der
Kern ist weiß oder gelblich, porös und zähe
Manche Ware erscheint im Durchschnitt nicht
mehlig, sondern hornartig, weil sie über Feuer
getrocknet und dadurch das Stärkemehl ver
kleistert wurde. Die Wurzel ist geruchlos,
schmeckt aber beim Kauen bitterlich schleimig,
später kratzend schärf. Die einzelnen Sorten
werden nach den Erzeugungsländern oder Aus
fuhrhäfen benannt. Als Sassaparille des
Deutschen Arzneibuches gilt die Hon-
duras-S., die man aber nicht nur von Hon
duras, sondern auch von dem benachbarten Be
ließ und Guatemala erhält. Sie kommt in großen,
an den Ecken abgerundeten Ballen in den Han
del, die entweder nur oben und unten, oder
auch ganz mit Tierhäuten überzogen sind und
die Wurzeln in Form einzelner Bündel ent
halten. Je nach der Art der Packung kann man
dreierlei Sorten . unterscheiden. Bei der einen
hegen die Wurzelstöcke'in der Mitte, und. die
langen Wurzelfasern sind von rechts nach links
bogenförmig gegen die Stengelreste hinein
geschlagen, bei der anderen befinden sich die
Wurzelstöcke noch in ihrer natürlichen Lage,
and die Fasern sind mehrere Male gegen die
selbe eingeschlagen, so daß in den Ballen
sämtliche Wuijzelstöcke nach außen, die Wur
zeln hingegen nach innen zu liegen kommen,
°der endlich die knollenförmigen Wurzelstöcke
s md ganz entfernt, die Wurzeln der Länge nach
zu armdicken Bündeln von 500—600 g Gewicht
zusammengelegt, oben und unten eingeschlagen
Und der ganzen Länge nach dicht mit dünnen
Wurzeln umwickelt, so daß nur an beiden Enden
e twa eine Handbreit freibleibt. DieHonduras-
S- hat äußerlich eine schön rotbraune Farbe
Und nur wenig gefurchte, aber längsstreifige
Wurzeln. Die Rinde ist bald dünner, bald
dicker, das Mark tnehlig und weiß, ohne Ge-
faßporen, ziemlich groß und deutlich vom hol
zigen Teile abgegrenzt. Der Rindenteil erscheint
auf dem Querschnitte rötlich oder weißgrau, die
Kpidermis sehr dünn. Als zweite Sorte, die für
den deutschen Handel in Betracht kommt, ist
die Verakruz-S. zu nennen, die in mit Stricken
Urnschnürten Ballen (Seronen) von 75—100 kg
über Verakruz in den Handel kommt. Die
Wurzel ist außen meist lehmig und stark ein-
Sfischrumpft, die Rindenmasse infolge derRäuche-
rung hornartig. Der Holzring ist, im Gegensatz
zur H ondurassorte, sehr stark, das Mark schwach.
Weitere gute Sorten sind; Caracas, eine hell
braune, nicht häufig zu erlangende Wurzel, so
wie die gelbbraune bis braune brasilianische,
die auch Lissaboner, Para-, Maranhao-
wurzel genannt wird. Diese Sorten werden
von einigen Arzneibüchern als allein zulässig
bezeichnet. Als geringere Ware kommt viel
mexikanische S. nach Europa, die zwar billig,
aber durch Stengel, Fasern, Knollen und Erde,
verunreinigt ist. Andere geringere Sorten, die
im deutschen Handel wenig oder gar keine Be
deutung haben, sind die von Granada, Man-
zanillo, Kostarika, St. Thomas und Ja
maika. Die im natürlichen Zustande aus Ame
rikakommenden Wurzeln werden in den Drogen
häusern größtenteils gesäubert, die vorhandenen,
ganz wertlosen Wurzelknollen entfernt, die
dünnen Wurzeln in Stücke von gleichmäßigen
Längen zerschnitten, auch wohl gespalten und
in regelmäßige Päckchen gebündelt. An kenn
zeichnenden Bestandteilen, die in der dicken
Unterrinde ihren Sitz haben, sind ein bitter und
scharf schmeckendes Harz, zwei eigentümliche
kristallisierbare Saponine: Smilazin und Pa-
rillin, sowie ein amorphes Saponin Sarsa-
ponin und ätherisches Öl nachgewiesen wor
den. Die erstgenannten Saponinkörper sollen
bisweilen giftige Wirkungen hervorrufen. Die
Wurzel gilt als eines der kräftigsten schweiß-
und harntreibenden Mittel sowie als das beste
pflanzliche Mittel gegen Syphilis. Auch braucht
man sie gegen Skrofeln und Gicht sowie in
anderen Fällen, in denen es auf eine erhöhte
Hauttätigkeit ankommt, sowohl in wäßriger Ab
kochung als auch in Form von weingeistigem
Extrakt und Sirup.
Sassyrinde (lat. Cortex sassy, frz. Ecorce de
sassy, engl. Sassy bark), eine von England aus
als Mittel gegen Wechselfieber und Dysenterie
empfohlene Droge, kommt von der Westküste
Afrikas und stammt von Erythrophloeum
guineense, einem großen Baume mit aus
gebreiteten Ästen, doppelt gefiederten Blättern,
in ährenartigen Trauben stehenden Blüten und
Hülsenfrüchten. Das Pulver der Rinde reizt zum
Niesen und soll auch Erbrechen erregend und
abführend wirken. Als Bestandteile der S. sind
ein Alkaloid, Erythrophloein, sowie Ery-
throphloeinsäure nachgewiesen worden. Das
Alkaloid ist ein Herzgift, ähnlich dem Digitalin.
Satin. Im engeren Sinne bezeichnet man mit
diesem Namen weißen seidenen Atlas (s. d.),
im weiteren Sinne alle seidenen, wollenen, baum
wollenen und leinenen Gewebe, die nach Atlas
art mit glänzender Oberfläche ,hergestellt sind.
Die seidenen Stoffe der Gattung führen, je nach
dem sie leichter oder schwerer sind, verschie
dene Namen, wie Satin de Chine, russe, turc usw.
Baumwollsatins (engl. Sateens) werden in
Deutschland englisches Leder genannt. Woll-
satins oder Wollatlasse (Satins de laine) sind
wollene, härtere oder weichere Glanzstoffe zu
Röcken und Möbelüberzügen. Die glatten, ein
farbigen Gewebe dieser Art bilden die sog.
Lastings. — Satinets sind gewöhnlich halb
seidene, bunt gestreifte Zeuge aus Baumwoll-
grund mit seidenen Streifen, oder Zeuge aus