fullscreen: Reis

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neuerer Zeit angestellter Versuch, sie auch zur Papierfabrikation 
zu verwenden, hat sie als ungeeignet dazu erwiesen. Auch als 
Brennmaterial hat man-sie zu verwerten gesucht, indem man 
sie mit andern Brennstoffen zusammenpreßte oder durch 
trockne Destillation Gas aus ihnen herstellte; dabei haben sich 
Essigsäure, Methylalkohol, Teer usw. als Nebenprodukte er- 
geben. In Bangkok wird die ganze Kraft zum Betriebe der 
Reismühlen durch die Verbrennung der Reisspelzen gewonnen. 
Die verkohlten Spelzen hat man in New Orleans statt Knochen- 
kohle zum Raffinieren des Zuckers benutzt. 
In Asien werden aus Reis mehrere alkoholische Getränke 
hergestellt. Am bekanntesten ist der japanische Sake, der zwar 
durch. einen Gärprozeß, wie er beim Biere üblich ist, gewonnen 
wird, aber mehr als dreimal. soviel Alkohol wie Bier (9—15%) 
enthält. Man bezeichnet den Sake deshalb auch öfter als Reis- 
wein; sein Geschmack soll an leichten Sherry erinnern, der 
einige Zeit in einer Bierflasche aufbewahrt worden ist. Während 
bei der Bierhrauerei die Diastase, welche die Umwandlung der 
Stärke in Zucker bewirkt, in der Schale der verarbeiteten Ge- 
treidekörner gebildet wird, kommt der Reis bei der Sakebrauerei 
geschält zur Vermaischung; der invertierende Stoff muß also 
von außen an ihn herangebracht werden. Das geschieht durch 
einen Schimmelpilz, Aspergillus (Eurotium) Oryzae, der 
die Fähigkeit hat, die Stärke in Glukose zu verzuckern. Der 
mit den Sporen dieses Pilzes infizierte Reis heißt „Koji‘“. Noch 
bessere Resultate erreicht man mit der außerordentlich enzym- 
reichen Monilia sitophila (= Oidium Ilupuli). Mit 
diesem wird der zu verbrauende Reis, der vorher gedämpft 
worden ist, erst durchmischt. Darauf setzt die Tätigkeit eines 
Hefepilzes ein, der die Vergärung des gebildeten Zuckers zu 
Alkohol besorgt. Sake, der in Japan schon in vorchristlicher Zeit 
bereitet wurde, wird dort heute noch in großen Mengen ge- 
trunken und liefert eine im Staatshaushalt erheblich ins Gewicht 
fallende Steuer. Der Japaner trinkt ihn warm aus kleinen 
Porzellanschälchen. Auch in seinem religiösen Ritus spielt 
dieses Getränk eine Rolle. 
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