Full text : Der Pommersche Landbund

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sie  pariere  n.  Diese  Leute  stehen  eben  auf  dem  Standpunkt  der  Machtpolitik, ­
  imponieren  kann  ihnen  nur  der,  der  ihnen
mit  Macht  entgegentritt.  (Sehr  richtig!)  Hätte  die  Regierung
damals  zugegriffen,  wäre  cs  ptwas  anderes  geworden.  Daß  die  Arbeitgeber
sich  dort  oben  durch  Konventionalstrafe  verpflichten,  keine  Tarife  anzuerkennen, ­
  will  ich  auch  noch  erwähnen.  Ich  verweise  auch  auf  die  enge  Verbindung ­
  des  Generalkommandos  des  2.  A.-K.  mit  dem  Pommerschen  Landbund. ­
  Ich  habe  ja  volles  Verständnis  für  diese  enge  Verbindung  der  militärischen ­
  Stellen  mit  den  Junkern,  es  sind  dieselben  Kreise,  aus  denen  sie
stammen.  Aber  die  Regierung  braucht  sich  das  nicht  gefallen  zu  lassen.
Warum  funktionieren  die  Schlichtungsausschüsse  nicht?  Im  Kreise
Anklam,  wo  sehr  darüber  geklagt  wird,  ist  der  Schlichtungsausfchuß
besetzt  vom  Pommerschen  Landbund,  der  seine  Leute  da  hineinschiebt.
Wenn  man  will,  daß  die  Schlichtungsausschüsse  funktionieren  sollen,  dann
müssen  die  Beisitzer  zusammengesetzt  sein  aus  Vertretern  der  Arbeitgeber
und  der  Arbeitnehmer,  und  für  die  Arbeitnehmer  sind  nun  einmal  die  Gewrkschaften
  die  ausschlaggebenden  Faktoren.  Wenn  man  die  Vertrauensleute ­
  dieser  Kreise  nicht  berücksichtigt,  dann  haben  die  Arbeiter  eben  zu  derartigen ­
  Schiedsgerichten  kein  Vertrauen.  Ich  hab»  hier  einen  Bericht,  der
uns  schriftlich  zugegangen  ist,  aus  dem  Kreise  Greifenberg  in  Pommern,
wo  der  Landbund  an  die  Arbeitgeber  schreibt,  daß  die  bewilligten  Ten  erungszulagen
  von  126  1L  nur  an  Mitglieder  des
Pommerschen  Landbundes  zu  zahlen  ist.  (Hört!  Hört!)
Das  heißt,  an  diejenigen,  die  der  Arbeitnehmergruppe  des  Pommerschen
Landbundes  angehören.
Also  die  Mitglieder  des  Deutschen  Landarbeiter-Verbandes  werden  von
einer  lumpigen  Teuerungszulage  —  so  muß  man  bei  den  heutigen  Preisen
sagen  —  von  126  Mk.  pro  Jahr  ausgeschlossen,  weil  sie  nicht  der  Arbeitnehmergruppe ­
  des  Pommerschen  Landbundes  angehören!  Die  Herren  haben
gar  keinen  Anlaß,  über  Terrorismus  zu  schreien.  (Sehr  richtig!)  Seitens
des  Verbandsvorstandes  und  auch  seitens  der  Leitung  des  Allgemeinen  deutschen ­
  Gewerkschaftsbundes  wird  jeder  Terrorismus  Andersdenkenden  gegenüber ­
  verurteilt.  Terrorismus  ist,  wenn  man  die  Leute  ihrer  Gesinnung
wegen  aus  der  Arbeit  bringt.  Das  verurteilen  wir.  Aber  man  schreit  jci
heute  auch  über  Terrorismus,  wenn  ein  Kollege  den  andern  nur  auffordert,
sich  der  Organisation  anzuschließen.  Und  üon  denselben  Leuten,  die  sich
darüber  beklagen,  wird  hier  der  schlimmste  Terrorismus  geübt.
Ueber  die  unkontrollicrbaren  Notizen,  die  durch  die  Presse  gehen,  ist
auch  noch  zu  sprechen.  Diese  Notizen  müssen  Sie  sammeln,  um  den  Vorstand ­
  über  alles  zu  orientieren.  Alle  Augenblicke  findet  man  in  der  agrarischen ­
  Presse  solche  Notizen.  Das,  was  in  der  „Deutschen  Tageszeitung"  steht,
wird  dann  überall  tni  Lande  nachgedruckt.  Zum  Beispiel  die  Notiz:  „Der
Ochsenziemer  als  Werber  für  den  Deutschen  Landarbeiter-Verband"  u.  a.
Der  Fall  ist  inzwischen  richtig  gestellt.  Solche  Nachrichten  werden  sofort
in  verhetzender  Weise  gegen  den  Verband  ausgenutzt.  Jeder  vernünftig
denkende  Mensch  wird  sich  sagen,  daß  eine  Organisation,  die  sich  in  einem
Jahre  um  Uber  800  000  Mitglieder  vermehrt  hat,  nicht  für  jeden  einzelnen
Kollegen  garantieren  kann.  In  riner  anderen  Notiz  wird  behauptet,  daß
die  Agitatoren  des  Landarbeiter-Verbandes  die  Arbeiter  aufgewiegelt
hätten,  so  daß  die  Leute  gar  kein  Interesse  an  der  Bergung  der  Ernte  mehr
hätten.  Gewiß  hat  die'deutsche  Landwirtschaft  nicht  die  günstigsten  Arbeiterverhältuisse.
  Es  fehlen  ihr  vor  allem  die  ausländischen  Arbeiter.
Falsch  ist  es  aber,  wenn  man  behauptet,  die  Agitation  des  Landarbeiter-
            
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