verantwortung an der sozialistischen
Gestaltung unseres Arbeitsriechts. Die
Sozialdemokratie geht aber auf ihrem Weg weiter... Wie
lautete es bei den Antikriegsdemonstrationen am 1. August
dieses Jahres?:
„Republik, das heißt nicht viel,
Sozialismus ist das Ziel.“
München, den 80. August 1929.
„Ich bin kein Feind der Demokratie im guten Sinne des Wortes.
Alles durch das Volk und alles für das Volk. Ich lehne aber die
Demokratie als Schlagwort ab. Sie kann nur einen Sinn haben,
wenn sie auch einen Inhalt hat, und dieser Inhalt kann kein anderer
sein als der, daß jeder an seinem Platze seine Pflicht tut und das
Höchstmögliche zum Volksganzen beiträgt. Nur dann kann die
Zusammenfassung aller Kräfte in einem einheitlichen Willen zum
Erfolg führen, Ein Kulturstaat kann nicht durch sinnlose Herr-
schaft der Massen, wobei jeder überall. mit redeh und mit regieren
will, auch wenn er nicht sachverständig ist — aufgebaut und erhalten
werden. Nur Verantwortungsgefühl jedes einzelnen und einheitliches
Zusammenwirken in der Arbeit, in Freud und Leid des gesamten
Volkes kann. uns eine ‚ersprießliche Zukunft bringen, nicht leeres
Gerede und Forderung von Rechten ohne den Willen zur Erfüllung
von Pflichten. Genau so ist auch meine Binstellung zur „Wirt-
schaftsdemokratie“. Mitarbeit von sachverständigen Leuten au]
Gebieten, in denen sie Sachkenntnis besitzen, soll überall willkommen
sein. Beteiligung Unberufener an der Leitung wirtschaftlicher
Betriebe zu Zwecken der Befriedigung politischer Machtgelüste
und demagogischer Propagandawünsche muß von den Berufenen
mit aller Schärfe abgelehnt werden, im Interesse der Volkswirtschaft
und des Volkswohles.*
Bi