Full text : Der Wald und seine Arbeiter

Von  den  im  Jahre'  1908  in  den  Staatswaldungen  Bayerns  beschäftigten
74656  Personen  waren:
18  Prozent  oder,  13156  Personen  Waldarbeiter  im  Hauptberuf.  51  Prozent ­
  oder  37  857  Personen  landwirtschaftliche  Kleingütler  oder  deren  Angehörige. ­
  12  Prozent  oder  9229  Personen  Saisonarbeiter,  gewerbliche  bzw.  Familienangehörige. ­
  18  Prozent  oder  13458  Personen  bernflose  Tagelöhner  usw.
1  Prozent  oder  956  Personen  Invaliden-  und  Altersrentner.
Speziell  bei  den  Männern  ist  das  Verhältnis  folgendes:  22  Prozent  oder
9691  Waldarbeiter  im  Hauptberuf;  47  Prozent  oder  20116  landwirtschaftliche
»Kleingütler;  16  Prozent  oder  7004  gewerbliche  Saisonarbeiter;  13  Prozent  oder
5124  beruflose  Tagelöhner;  2  Prozent  oder  872  Invaliden-  und  Altersrentner.
In  Bayern  sind  somit  rund  '■ ä / 8  der  Beschäftigten  männlichen  Geschlechts.
Nimmt  mau  dieses  Verhältnis  für  ganz  Deutschland  an,  so  würden  534000
Männer  und  266000  Frauen  mit  je  61,3  Arbeitstagen  pro  Jahr  gebraucht
werden.  Nach  dieser  Berechnung  kommen  wir  auf  ungefähr  dieselben  Zahlen,
als  wie  die  der  Volkszählung  von  1907.
Es  kommen  also  nach  dieser  Berechnung  160000  ständige  Arbeiter  in  Betracht, ­
  wovon  nach  dem  bayrischen  Beispiel  100  000  Arbeiter  und  50000  Arbeiterinnen ­
  sein  werden.
Die  Zahl  der  nichtständigen  Waldarbeiter  dürfte  sich  ebenfalls  um  ein  Bedeutendes ­
  verringern.  Wir  schätzen  nach  der  vorliegenden  Ausrechnung  diese
Zahl  auf  200000.
Wenn  wir  die  Zahl  der  Beschäftigten  mit  der  Zahl  der  organisierten  Forstarbeiter
  vergleichen,  so  finden  wir,  daß  noch  große  Scharen,  für  den  Verband
gewonnen  werden  müssen.  Hier  muß  noch  manche  Agitationsarbeit  geleistet
werden.  Insbesondere  werden  in  manchen  Gegenden  die  in  den  Privatwaldungen ­
  beschäftigte»  Kollegen  noch  zu  gewinnen  sein.  Ein  Teil  der  Forstarbeiter ­
  gehört  heute  noch  dem  christlich-nationalen  Zentrunisverband  als
Mitglied  an.  Auch  diesen  Kollegen  muß  klargemacht  werden,  daß  eine  einheitliche ­
  Organisation  für  die  deutsche  Forstarbeiterschaft  geschaffen  werden  muß.
Die  Zeiten  sind  vorbei,  wo  sich  die  Arbeiter  von  politischen  Drahtziehern
an  der  Nase  herumführen  ließen.  Eine  geschloffene  Front  muß  geschaffen  werden.
Dieses  sehen  die  Forstarbeiter  auch  überall  ein,  und  zahlreich  sind  die  Uebertritte
  vom  christlich-nationalen  Zentrumsverband  in  unsere  Organisation.

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