Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Das  Arbeitseinkommen.

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in  der  amerikanischen  Baumwollindustrie  hat  die  gleitende  Skala
seit  1904  Eingang  gesunden.  Man  ging  davon  aus,  daß  der
Gewinn  einer  Baumwollfabrik  im  wesentlichen  von  der  Marktlage ­
  abhänge,  durch  welche  die  Differenz  zwischen  dem  Rohmaterial ­
  und  dem  Fertigsabrikat  bestimmt  würde.  Die  slidingscale-Derembarung
  setzte  einen  Grund  lohn  für  die  Leistungseinheit, ­
  das  sogenannte  „cut“,  in  Höhe  von  js  Cents  fest  und
ebenso  eine  Normalspannung  von  72,5  Cents  zwischen  dem  Marktpreis ­
  von  8  Pfd.  middling  upland  Baumwolle  und  dem  Preis
der  daraus  erzeugten  Gewebemenge;  für  jeden  Cent,  den  die
Spannung  stieg,  sollte  der  Lohn  um  \%,  von  85  Cents  an  um
yi%  steigen.  Die  Feststellung  erfolgte  wöchentlich,  was  sich  als
ein  Fehler  erwies,  weil  die  Zeit,  zwischen  Rohstoffeinkauf  und
verkauf  des  Fertigfabrikats  eine  weit  längere  ist.  Nach  vorübergehender ­
  Abschaffung  der  gleitenden  Skala  wurde  sie  in  reform
mierter  Form,  mit  nur  zweimaliger  Feststellung  der  Spannung
im  Jahre,  wieder  eingeführt,  und  hat  sich  auch  im  Jahre  des
Preisrückgangs  1908  gehalten.
Der  Gewinn  eines  Unternehmens  wird  aber  noch  von  einer
großen  Reihe  anderer  Momente  bestimmt  als  von  den  preisen  der
Rohstoffe  und  der  Fertigfabrikate,  so  wichtig  diese  auch  sind.  Ganz
folgerichtig  ist  daber  die  gleitende  Skala  noch-nicht;  dies  wär:
erst  eine  Beteiligung  der  Arbeiter  am  eigentlichen ­
  Gewinn.  In  der  Landwirtschaft  ist  eine  solche  wirkliche ­
  Gewinnbeteiligung  als  sogenannter  T  e  i  l  b  a  u  ,  auch  Teilpacht ­
  genannt,  sehr  alt.  Dabei  handelt  es  sich  allerdings,  wie
schon  die  schwankende  Bezeichnung  ergibt,  um  ein  Verhältnis
zwischen  Bodeneigentümer  und  Bodenbesteller,  das  nicht  ohne
weiteres  als  Arbeitsverhältnis  zu  bezeid;nen  ist.  Der  heut  namentlich ­
  in  den  romanischen  Ländern,  Frankreich,  Italien,  aber  auch
gelegentlich  in  Deutschland  vorkommende  Teilbau  beruht  darauf,
daß  der  Bodenbesitzer  Len  Boden  und  das  Inventar,  der  Teilpää;ter
  seine  und  seiner  Familie  Arbeitskraft  stellt.  Der  Teilpächter ­
  wirtschaftet  selbständig,  wobei  der  Verpächter  immerhin
Vorschriften  über  die  lvirtschaftssührung  machen  kann;  der  Ertrag ­
  wird  in  natura,  und  zwar  gewöhnlich  zur  Hälfte  zwischen
Leiden  geteilt.  Die  Teilpacht  setzt  also  Kleinbetrieb  voraus;  sie
ist  dort  angebracht,  wo  die  Technik  eine  herkömmliche  und  die
Arbeit  des  Bodenbestellers  wie  beim  Anbau  von  Mein,  ©Iben,
Maulbeerbäumen  von  besonderem  Einfluß  auf  das  Ergebnis  ist..
            
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