Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Gerverkversine.

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freien  Gewerkschaften  rund  4  500  000
Hirsch  Dunckerschen  Gewerkvereine  rund  \  so  000
christlichen  Gewerkschaften  rund  850  ooo

Die  Aufgabe  der  Gewerkvereine  ist  die  Hebung  der  Löhne
und  Arbeitsbedingungen  ihrer  Mitglieder.  Sie  suchen  dies  gegebenenfalls ­
  durch  friedliche  Unterhandlungen  mit  dem  Arbeitgeber ­
  zu  erreichen,  wie  denn  unter  Umständen  das  bloße  Vorhandensein ­
  eines  Gewerkvereins  genügen  mag,  freiwillige  Zugeständnisse ­
  der  Unternehmer  herbeizuführen,  verbunden  damit
ist  ein  ausgedehntes  Unterstützungswesen,  das  auch  noch  neben
der  staatlichen  Arbeiterversicheru>ng  eine  bedeutende  Rolle  spielt.
Line  besondere  Bedeutung  für  die  Aufrechterhaltung  des  Lebensstandard ­
  der  Arbeiterschaft  haben  ihre  Arbeitslosenunterstützungen,
die  durch  Reiseunterftützungen  für  arbeitsuchende  Mitglieder  ergänzt ­
  werden.  Kranken-,  Invaliden-  und  Sterbegelder  bilden
den  zweiten  Teil  der  geldlichen  Leistungen  der  Gewerkvereine.
Der  wesentlichste  Punkt  aber  sind  die  Unterstützungen  bei  Streiks
und  Aussperrungen;  sie  sind  die  Waffen,  mit  denen  die  Vereine
ihre  Kämpfe  durchfechten.  Der  Streik,  d.  h.  der  gemeinsame
Ausstand  einer  größeren  Anzahl  2lrbeiter  eines  Betriebes  oder
gar  eines  ganzen  Gewerbes,  ist  das  Mittel  zur  Erreichung  derjenigen ­
  Forderungen,  die  im  Wege  der  Unterhandlung  nicht  durchgesetzt ­
  werden  können.  Um  den  Streik  gegebenenfalls  durchhalten ­
  zu  können,  sammeln  die  Gewerkvereine  ihre  Streikfonds;
sie  organisieren  den  Streik,  suchen  Zuzug  fernzuhalten,  bestimmen
den  Zeitpunkt  der  Wiederaufnahme  der  Arbeit.  Daß  der  Streik
eine  zweischneidige  Waffe  ist,  liegt  auf  der  Hand.  Das  galt  schon
von  den  relativ  harmloseren  Streiks  der  vorrevolutionären  Zeit.
In  jedem  Falle  kostete  er  die  Streikenden  die  aufgesparten  Streikfonds, ­
  die  zudem  nur  eine  knappe  Beihilfe  für  sie  bedeuten  konnten,
während  sie  den  Rest  des  Lohnausfalls  ans  eigenen  Ersparungen
oder  durch  Hunger  einbringen  mußten.  Er  schädigte  aber  ferner
nicht  nur  den  Unternehmer,  der  nicht  produzieren  konnte,  sondern
weite  volkskceise,  -bie.  gänzlich  außerhalb  der  umstrittenen  Differenzen ­
  standen.  Die  Rohstosslieseranten  und  die  Weiterverarbeiter
(letzteres  besonders  bei  Streiks  der  Bergwerksarbeiter,  da  sämtliche ­
  Gewerbe  auf  Kohlen  angewiesen  sind),  die  Handelsvermittler, ­
  die  Inhaber  derjenigen  Geschäfte,  in  welchen  die  Streikenden
zu  kaufen  pflegen,  wurden  schwer  getroffen.  Dabei  stand  es  mit
            
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