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Der Unlernehmergewinn.
Verbindung mit der durchgebildeten Areditorganisation dem
vlanne mit Unternehmereigenschaften dieses wichtige Werkzeug
sehr viel leichter zugänglich macht als frühere Jahrhunderte; ver
hängnisvoll aber ist die Verkennung der Rolle der Unternehmung
für alle Fragen der Organisation der Volkswirtschaft. Sie
würde zu der Folgerung führen, daß eine s>roduktionsregelung
durch staatliche Beamte, bei denen nur das Pflichtbewußtsein
vorauszusetzen wäre, ohne weiteres sich durchführen ließe, womit
denn eine Grundvoraussetzung der völligen Sozialisierung der
Produktion gegeben wäre. Nach den bisherigen Erfahrungen ist
die durch Beamte geleitete öffentliche Unternehmung bort am
Platze, wo es sich um Gewissenhaftigkeit, Ordnung, Wahrung der
Allgemeininteressen in erster Linie handelt; überall dort aber, wo
es sich, nach Schumpeters Begriffsbestimmung der Unter
nehmertätigkeit, um Durchsetzung neuer Aombinationen handelt,
ist der am Erfolg mit seiner ganzen wirtschaftlichen Epistenz inter
essierte Unternehmer wohl - nicht zu entbehren. Niemand wird
bezweifeln, daß sich gerade an die moderne Großunternehmung
mit ihrem Gefolge immer stärkerer Alassenscheidung auch schwere
Nachteile für den Gesamtzustand der Völker knüpfen; niemand
darf aber, wenn er gerecht ist, leugnen, welche großen Kultur»
werte sie geschaffen hat.
Wik bemißt sich nun nach dem vorgesagten das Einkommen
des Unternehmers? Dem Unternehmer fällt als Risikoträger der
Produktion der Gesamtertrag (Rohertrag) des Unternehmens
zunächst zu. von diesem Rohertrag aber sind, um den Rein
ertrag zu ermitteln, die Produktionskosten abzu-
z i e h e n , d. h. die Rosten der aufgewendeten Arbeit und des auf
gewendeten Kapitals im weiteren Sinne. Der Unternehmer hat
also die Löhne zu zahlen und das Kapital zu erietzen und zu ver
zinsen. pat der Unternehmer Eigenkapital in seinen Betrieb
hineingesteckt, sei das nun Anlagekapital (Grund und Boden, Ge
bäude) oder Betriebskapital (Löhne^ Rohstoffe usw.), so geht für
die Berechnung des Reinertrages auch hier selbstverständlich Ver
zinsung und Amortisation ab. Das Übrigbleibende ist U n t er
ne h m e r e i n k o m m e n. In diesem spezifischen Einkommen
des Unternehmers stecken wiederum zwei verschiedene Elemente.
Der Unternehmer leistet, wie im übrigen auch der Erfolg seiner
Tätigkeit sei, Arbeit und für diese Arbeit muß er sich Lohn
rechnen. Der Unternehmerlohn ist also ein Teil des Rein-