Full text: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

156 
Der Unlernehmergewinn. 
Verbindung mit der durchgebildeten Areditorganisation dem 
vlanne mit Unternehmereigenschaften dieses wichtige Werkzeug 
sehr viel leichter zugänglich macht als frühere Jahrhunderte; ver 
hängnisvoll aber ist die Verkennung der Rolle der Unternehmung 
für alle Fragen der Organisation der Volkswirtschaft. Sie 
würde zu der Folgerung führen, daß eine s>roduktionsregelung 
durch staatliche Beamte, bei denen nur das Pflichtbewußtsein 
vorauszusetzen wäre, ohne weiteres sich durchführen ließe, womit 
denn eine Grundvoraussetzung der völligen Sozialisierung der 
Produktion gegeben wäre. Nach den bisherigen Erfahrungen ist 
die durch Beamte geleitete öffentliche Unternehmung bort am 
Platze, wo es sich um Gewissenhaftigkeit, Ordnung, Wahrung der 
Allgemeininteressen in erster Linie handelt; überall dort aber, wo 
es sich, nach Schumpeters Begriffsbestimmung der Unter 
nehmertätigkeit, um Durchsetzung neuer Aombinationen handelt, 
ist der am Erfolg mit seiner ganzen wirtschaftlichen Epistenz inter 
essierte Unternehmer wohl - nicht zu entbehren. Niemand wird 
bezweifeln, daß sich gerade an die moderne Großunternehmung 
mit ihrem Gefolge immer stärkerer Alassenscheidung auch schwere 
Nachteile für den Gesamtzustand der Völker knüpfen; niemand 
darf aber, wenn er gerecht ist, leugnen, welche großen Kultur» 
werte sie geschaffen hat. 
Wik bemißt sich nun nach dem vorgesagten das Einkommen 
des Unternehmers? Dem Unternehmer fällt als Risikoträger der 
Produktion der Gesamtertrag (Rohertrag) des Unternehmens 
zunächst zu. von diesem Rohertrag aber sind, um den Rein 
ertrag zu ermitteln, die Produktionskosten abzu- 
z i e h e n , d. h. die Rosten der aufgewendeten Arbeit und des auf 
gewendeten Kapitals im weiteren Sinne. Der Unternehmer hat 
also die Löhne zu zahlen und das Kapital zu erietzen und zu ver 
zinsen. pat der Unternehmer Eigenkapital in seinen Betrieb 
hineingesteckt, sei das nun Anlagekapital (Grund und Boden, Ge 
bäude) oder Betriebskapital (Löhne^ Rohstoffe usw.), so geht für 
die Berechnung des Reinertrages auch hier selbstverständlich Ver 
zinsung und Amortisation ab. Das Übrigbleibende ist U n t er 
ne h m e r e i n k o m m e n. In diesem spezifischen Einkommen 
des Unternehmers stecken wiederum zwei verschiedene Elemente. 
Der Unternehmer leistet, wie im übrigen auch der Erfolg seiner 
Tätigkeit sei, Arbeit und für diese Arbeit muß er sich Lohn 
rechnen. Der Unternehmerlohn ist also ein Teil des Rein-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.