Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Die  Güterverwendung.

HO

Die  Spargelder  machen  aber  für  das  Volk  mit  verschwindenden
Ausnahmen  nur  einen  verhältnismäßig  kleinen  Teil  seines  jährlichen ­
  Einkommens  aus;  der  bei  weitem  größte  Teil,  hei  vielen
Familien  alles,  muß  für  die  unmittelbaren  Lebensbedürfnisse ­
  ausgegeben,  konsumiert  werden.
Diese  Bedürfnisse  sind  überwiegend  zwingender  Natur;  sie  bestimmen ­
  deshalb  in  letzter  Linie  die  Produktion,  die  eben  nur  für
die  Konsumtion  arbeiten  kann.  Die  genaue  Kenntnis  der  Konsumtionsgewohnheiten ­
  -eines  Volkes  ist  deshalb  von
größter  Bedeutung  auch  für  die  Produktion,  und  man  hat  sie
darum  vielfach  studiert.  Aus  der  reichhaltigen  Literatur  hierüber
mögen  nur  einige  Zahlen  aus  einer  Erhebung  angeführt  sein,
welche  die  Abteilung  für  Arbeiterstatistik  des  Deutschen  Statistischen ­
  Amtes  Ende  HO?  durchführte ;  wir  geben  dabei  die  Durchschnittsverteilung ­
  der  Ausgaben  in  einer  Gruppe  von  Familien
mit  einem  geringen  und  in  einer  solchen  mit  einem  verhältnismäßig ­
  hohen  Einkommen,  wobei  wir  bemerken,  daß  andere  Erhebungen ­
  zu  einem  ganz  ähnlichen  Ergebnis  gekommen  sind.  Ls
entfielen  von  den  Gesamtausgaben

in  %  auf
Nahrung
Wohnung
Kleidung
Beheizung  und  Beleuchtung
Sonstiges

■  in  der  Einkommenstufe  von

—  l  600  M

4000—5000  Ji

54,6

32,8

17,2

19,5

9,5

14,7

4,8

5,1

12,9

50,1

Ma  sieht,  daß  für  die  unur  ittelbaren  Lebensnotwendigkeiten, ­
  welche  in  den  ersten  vier  Gruppen  zusammengefaßt ­
  sind,  in  der  niederen  Einkonrmensstufe  86  %,  in
der  verhältnismäßig  hohen  von  g—5000  M  immer  noch  70  %  des
Einkommens  ausgegeben  werden.  Die  überragende  Rolle,  welche
für  neun  Zehntel  der  Gesaurtbevölkerung  die  Ausgaben  für  die
Nahrung  spielen,  läßt  diese  von  erster  Wichtigkeit  erscheinen.
Die  Konsumtion,  der  Güterverbrauch,  ist  nun  fein  wirtschaftlicher ­
  Akt.  Trotzdem  gehört  auch  sie  in  den  Bereich  der  wirtschaftslehre ­
  und  -Politik.  Zu  einem  wirtschaftlichen
Akte  wird  sie  nänrlich  durch  die  begleitende
Kontrolltätigkeit,  welche  die  Auswahl  und  Verwendung ­
  der  Konsumtionsgüter  nach  dem  ökonomischen  Prinzip  mit
            
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