Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Grundbegriffe  der  Wirtschaft.

Grundbegriffe  der  Wirtschaft.
"MAir  hatten  die  Volkswirtschaftslehre  vorläufig  gekennzeichnet
die  Lehre  von  der  Bedarfsbefriedigung  der  Menschen.
Jetzt  müssen  wir  diese  vorläufige  Erklärung  erweitern  und  deutlicher ­
  machen.
In  dem  Worte  Volkswirtschaft  stecken  zwei'  Begriffe:  Wirtschaft ­
  und  Volk.  Unter  Wirtschaft  verstehen  wir  den  I  n  -
begriff  der  kfandlungen,  Vorgänge  und  Einrichtungen, ­
  die  auf  die  dauernde  planmäßige
Güterversorgung  der  Menschheit  gerichtet
sind.  Daß  ein  solches  Wirtschaften  notwendig  ist,  hat  zwei  Ursachen: ­
  die  Bedürftigkeit  der  menschlichen  Natur  und  die  Knappheit ­
  der  Versorgungsniittel.  Diogenes,  der  von  Alexander  nichts
anderes  zu  erbitten  weiß,  als  daß  er  ihm  aus  der  Sonne  gehe,
ist  ein  Extrem  der  Bedürfnislosigkeit,  für  den  das  Wirtschaften
zum  mindesten  nur  eine  sehr  geringe  Rolle  spielt;  die  Bewohner
des  Paradieses  kannten  keine  -Nahrungsmittelknapxheit  und
brauchten  aus  diesem  Grunde  nicht  zu  wirtschaften.  In  dem
Maße,  als  die  Summe  der  Bedürfnisse  der  an  Zahl  ständig  zunehmenden ­
  Menschheit  wie  der  einzelnen  Menschen  selbst  wächst,
während  die  Natur  sich  weigert,  ihre  Gaben  freiwillig  zu  vermehren, ­
  wächst  der  Zwang  zur  Wirtschaft.
Mit  Rücksicht  darauf,  daß  sowohl  die  Summe  der  zur  Verfügung ­
  stehenden  Bedarfsdeckungsmittcl  wie  der  zu  ihrer  'Gewinnung ­
  und  Verarbeitung  erforderlichen  Arbeitskräfte  begrenzt
ist,  muß  dieses  Wirtschaften  unter  der  Überlegung  erfolgen,  m  i  t
den  gegebenen  Kräften  und  Materialien  das
Maximum  von  Nutzen  zu  erzielen.  Man  spricht  hier
von  Wirtschaften  in  einem  anderen  Sinne  als  dem  erstgenannten,
und  zwar  in  einem  weiteren.  Das  sogenannte  wrrtschaftliche
  oder  ökonomische  Prinzip,  das  nichts  anderes
ist  als  das  allgemeine  Prinzip  des  geringsten  Kraftaufwandes,
gilt  überall,  wo  menschliche  Tätigkeit  vernünftig  sich  vollzieht.
In  der  Wirtschaft  im  erstgenannten  Sinne  aber  spielt  es  eine  so
entscheidende  Rolle,  daß  es  für  die  Psychologie  des  „homo
oeconomicus",  des  reinen  wirtschastsmenschen  geradezu  entscheidend
  ist.
Jeder  einzelne  sucht  den  Wirtschaftszweck  für  sich  zu  erreichen.
Eine  Einzelwirtschaft  ist  denkbar;  jedoch  eben  nur  als  singuläres
            
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