Object : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Grenznutzen  und  preis.

28

Grenznutzen.  Das  gleiche  gilt  bei  der  Wahl  zwischen  verschiedenen ­
  Gütern;  der  Grenznutzcn  der  verschiedenen  Güter  entscheidet ­
  die  Reihcnsolge,  in  der  sie  begehrt  werden.  Das  ist  die
Erklärung,  warum  ein  Gut  bei  Übersättigung  (Gosscnsches  Gesetz) ­
  keinen  wert  mehr  hat:  die  letzte  Teilquantität  bringt  keinen
Nutzen  mehr;  uuigekehrt,  warum  bei  Rnappheit  Teilquantitätrn
weit  höher  gewertet  werden  als  sonst:  die  portion  Brot,  die  vor
dem  verhungern  schützt,  bringt  höheren  Nutzen  als  diejenige,  die
nur  sättigt.  Der  Grenznutzen,  nach  dem  ein  Gut  gewertet
wird,  ist  also  nach  einem  AusdruckeBöhm-Bawerks
die  Resultante  von  Nützlichkeit  und  Seltenheit. ­

Der  Grenznutzen  ist  das  Leitmotiv  für  die  Produktion,  für
den  Tausch  und  für  die  Konsumtion;  bei  allen  diesen  wirtschaftlichen ­
  Vorgängen  wird  die  Reihenfolge  der  Güter  nach  der
Intensität  des  Bedürfnisses  festgestellt,  und  es  erfolgt  das  quantitative ­
  Abbrechen  beim  einzelnen  Gut  sobald  der  Grenznutzen
erreicht  ist.  Freilich  spielen,  wie  schon  ausgeführt,  in  der  tatsächlichen ­
  Wirtschaftsgestaltung  noch  eine  Reihe  autzerwirtschastlicher
Einflüsse  mit,  die  den  Einfluß  dieses  wirtschaftlichen  Grundgesetzes ­
  z.  T.  durchkreuzen.
Das  wirtschaftliche  Kernproblem  der  verkehrswirtschaft, ­
  d.  h.  derjenigen  wirtschaftsgestaltunz,
in  der  nicht  jede  Gruppe  ihren  Gesamtbedarf  durch  Eigenproduktion ­
  zu  Lecken  sucht,  sondern  die  wirtschaftsgesellschast  arbeitsteilig ­
  gegliedert  ist  und  ein  regelmäßiger  Austausch  der  Übcrschußprodukte
  stattfindet,  iß  b  e  r  preis.  Der  preis  ist  dabei
diejenige  Quantität  von  Gütern,  in  der  modernen  Wirtschaft
regelmäßig  diejenige  Geldmenge,  die  für  die  wirtschaftlich.»
Leistung  als  Entgelt  im  Tausche  gegeben  wird.  Der  preis
ergibt  s  i  ch  aus  dem  Verhältnis  von  Zlngebot
und  Nachfrage,  wobei  die  Nachfrage  die  entscheidende  Rolle
spielt,  insofern  nämlich,  als  -ohne  Nachfrage  kein  Angebot  bestehen ­
  kann,  während  umgekehrt  eine  dauernde  Nachfrage,  wenn
nicht  Unmöglichkeiten  vorliegen,  stets  ein  Angebot  hervorruft.
Die  Nachfrage  ist  nun  in  jedem  einzelnen  Falle  abhängig  von  dem
Grenznutzen,  den  das  begehrte  Gut  für  den  Käufer  hat,  und  von
der  Geldmenge,  über  die  er  verfügt;  umgekehrt  steht  hinter  dem
Angebot  wiederum  der  Grenznutzen,  den  die  angebotenen  Güter
für  den  Verkäufer  haben,  im  vergleich  zu  den  Gütern,  die  er  sich
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.