Grenznutzen und preis.
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Grenznutzen. Das gleiche gilt bei der Wahl zwischen verschiedenen
Gütern; der Grenznutzcn der verschiedenen Güter entscheidet
die Reihcnsolge, in der sie begehrt werden. Das ist die
Erklärung, warum ein Gut bei Übersättigung (Gosscnsches Gesetz)
keinen wert mehr hat: die letzte Teilquantität bringt keinen
Nutzen mehr; uuigekehrt, warum bei Rnappheit Teilquantitätrn
weit höher gewertet werden als sonst: die portion Brot, die vor
dem verhungern schützt, bringt höheren Nutzen als diejenige, die
nur sättigt. Der Grenznutzen, nach dem ein Gut gewertet
wird, ist also nach einem AusdruckeBöhm-Bawerks
die Resultante von Nützlichkeit und Seltenheit.
Der Grenznutzen ist das Leitmotiv für die Produktion, für
den Tausch und für die Konsumtion; bei allen diesen wirtschaftlichen
Vorgängen wird die Reihenfolge der Güter nach der
Intensität des Bedürfnisses festgestellt, und es erfolgt das quantitative
Abbrechen beim einzelnen Gut sobald der Grenznutzen
erreicht ist. Freilich spielen, wie schon ausgeführt, in der tatsächlichen
Wirtschaftsgestaltung noch eine Reihe autzerwirtschastlicher
Einflüsse mit, die den Einfluß dieses wirtschaftlichen Grundgesetzes
z. T. durchkreuzen.
Das wirtschaftliche Kernproblem der verkehrswirtschaft,
d. h. derjenigen wirtschaftsgestaltunz,
in der nicht jede Gruppe ihren Gesamtbedarf durch Eigenproduktion
zu Lecken sucht, sondern die wirtschaftsgesellschast arbeitsteilig
gegliedert ist und ein regelmäßiger Austausch der Übcrschußprodukte
stattfindet, iß b e r preis. Der preis ist dabei
diejenige Quantität von Gütern, in der modernen Wirtschaft
regelmäßig diejenige Geldmenge, die für die wirtschaftlich.»
Leistung als Entgelt im Tausche gegeben wird. Der preis
ergibt s i ch aus dem Verhältnis von Zlngebot
und Nachfrage, wobei die Nachfrage die entscheidende Rolle
spielt, insofern nämlich, als -ohne Nachfrage kein Angebot bestehen
kann, während umgekehrt eine dauernde Nachfrage, wenn
nicht Unmöglichkeiten vorliegen, stets ein Angebot hervorruft.
Die Nachfrage ist nun in jedem einzelnen Falle abhängig von dem
Grenznutzen, den das begehrte Gut für den Käufer hat, und von
der Geldmenge, über die er verfügt; umgekehrt steht hinter dem
Angebot wiederum der Grenznutzen, den die angebotenen Güter
für den Verkäufer haben, im vergleich zu den Gütern, die er sich