betrachtet werden. Folglich ist die Kategorie der Produktionsverhältnisse
eine allgemeine Kategorie, die den gesellschaftlichen
Aufbau betrifft. Dazu gehören auch Beziehungen sozialen Klassencharakters
(das Verhältnis zwischen Arbeitern und Kapitalisten)
sowie Beziehungen anderer Art (zum Beispiel das Verhältnis
zwischen zwei Unternehmen, das Verhältnis der Mitarbeit,
d, h, der sogenannten einfachen Kooperation usw,*)
Dabei muß bemerkt werden, daß die Produktionsverhältnisse
nicht etwas Verschiedenes von der technischen Arbeitsorganisation
sind, insoweit wir von den Beziehungen innerhalb des unmittelbaren
Arbeitsprozesses reden. Real verschmelzen sie miteinander.
Die Fabrik ist nicht nur eine technische, sondern eine ökonomische
Kategorie**), denn sie ist ein Komplex der sozialen Arbeitsund
Produktionsverhältnisse, Marx führte die Fabrikhierarchie
unter dem Kommando des Kapitals als Beispiel der kapitalistischen
Produktionsverhältnisse an. Die technischen Elemente
(die Arbeitskraft des Ingenieurs, des Direktors, des Mechanikers,
des Meisters, des Arbeiters, des Handlangers) sind zugleich
Elemente der ökonomischen Organisation, und soweit sie an
einen beständigen Kreis von Personen geknüpft sind, soweit
liegt auch ihre soziale K/assencharakteristik auf der Hand, Dies
ist auch begreiflich: die Klassen stellen ja vor allem Gruppen von
Personen dar, die durch gemeinsame Bedingungen und eine gemeinsame
Rolle im Produktionsprozeß mit allen sich daraus ergebenden
Folgen für den Verteilungsprozeß zusammengeschlossen
sind. Die kapitalistische Hierarchie in der Produktion ist be-*)
Herr P. Struve hat in seiner Schrift „Wirtschaft und Wert“ (russisch)
absichtlich die Produktionsverhältnisse aus der Analyse verbannt, um behaupten
zu können, daß die sozialen Klassenverhältnisse ein ewiges Attribut
einer jeden Gesellschaft seien. Vergl. darüber unseren Aufsatz „Die Kunststücke
des Herrn Struve" in der marxistischen Zeitschrift „Proswestschenje"
Nr, 129, 1913.
**) Vergl, K. Marx: „Das Elend der Philosophie".