Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Unlernehmungsformen.

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Aisiko  und  gestattet  auch  die  Beteiligung  solcher,  die  nur  Geld,  aber
keine  Arbeit  einschießen  wollen;  andererseits  aber  ermöglicht  sie
doch,«  nicht  nur  Geldgeber,  die  sich  nicht  kennen,  zu  vereinigen,
sondern  auch  wirkliche  Kompagnons  im  guten  Sinne  des  Wortes.
Die  Zahl  der  Gesellschaften  m.  b.  £}.  betrug  Ende  19  U  in
Deutschland  rund  25  000  mit  434  Milliarden  Stammkapital;  es
überwogen  dabei  die  Gruppen  oott  20  000  Mark  bis  l  Million.
Man  wird  sagen  können,  daß  die  Aktiengesellschaft  die  Unternehmungsform ­
  für  den  Großbetrieb,  tie  G.  m.  b.  kf.  die  für  den
Mittelbetrieb  ist.  Aber  auch  der  Kleinbetrieb  hat  sich  seine  eigene
gesellschaftliche  Unternehmungssorm  herausgebildet,  und  zwar  ist
dies  eine  Form,  deren  Erfolg  ein  ganz  außerordentlicher  und
höchst  erwünschter  war,  nämlich  die  Genossenschaft.
Die  Genossenschaft  ist'eine  Zusammenfassung  kleinster
wirtschaftlicher  Kräfte,  und  zwar  gewöhnlich  im  Nachbarschaftsverbande.
  Der  Genosse,  dessen  Aufnahme  im  Ermessen  der  Genossenschaft ­
  steht,  hat  einen  Geschäftsanteil  zu  übernehmen,  der
in  der  Regel  nur  etwa  20—lOO  Mark  beträgt;  daneben  aber  muß
er  für  die  Genossenschaft  haften,  und  zwar  entweder  mit  seinem
ganzen  vermögen  oder  mit  einer  durch  das  Statut  vorgesehenen
kleineren  Summe.  Durch  die  Haftpflicht  schaffen  sich  die  Genossenschaften ­
  eine  Kreditbasis  zur  Ergänzung  ihres  kleinen
Kapitals.  Sie  haben  eine  ganz  außerordentliche  Verbreitung  erlangt; ­
  in  Deutschland  zählen  wir  gegenwärtig  über  50  000  mit
rund  5  Millionen  Mitgliedern.  Da  es  sich  bei  den  Mitgliedern
der  Genossenschaften  um  wirtschaftlich  Selbständige  handelt,  die
wohl  fast  alle  eigenen  Haushalt  und  Familie  haben,  schätzen  wir
aewiß  nicht  zu  hoch,  wenn  wir  sagen,  daß  wenigstens  der  vierte
'Teil  des  ganzen  Volkes  an  Genossenschaften  interessiert  ist.
Die  erfolgreichsten  Formen  der  Genossenschaft  finden  wir  freilich ­
  auf  anderen  Gebieten  als  denen  der  Produktion;  es  sind
vor  allem  die  Spar-  und  Darlehnskafsen  und  die  Konsumvereine,
die  den  Ruhm  der  Genossenschaften  ausmachen.  Aber  auch  sic
sind  Unternehmungen,  welche  beweisen,  daß  die  Kollektivsorm
wenigstens  für  bestimmte  Zwecke  auch  in  der  Hand  des  „kleinen
Manns"  Außerordentliches  leistet,  wirkliche  Produktivunternehmungen ­
  in  Genossenschastssorm  sind  der  Landwirtschaft  gelungen, ­
  die  bei  der  Verarbeitung  ihrer  Produkte,  wie  der  Milch
in  den'  Molkereigenossenschaften,  mit  jedem  individuellen  Großunternehmen ­
  konkurrieren  kann.  Der  Handwerker  dagegen  hat
            
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