Full text: Zur Wertzollfrage

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der auch nüchtern urteilende Kaufleute seit dem Abschlüsse 
der Reichsfinanzreform bei der Behandlung von Steuer 
fragen stehen, wenn es in zahlreichen Berichten so darge 
stellt wird, als ob die Weltmarktsverhältnisse nur den 
Preis für die teuren Tabaksorten Hochtreiben, der 
Grund aber für die Preissteigerung der billigen Tabak 
gattungen der Wertzoll sei. Daß die Fabrikanten in 
folge jeder Steuererhöhung — gleichviel ob nach dem 
Gewicht oder dem Werte — zur Erleichterung der 
Steuerüberwälzung nach Möglichkeit die billigen Gattungen 
des Rohstoffes zu erlangen suchen und dadurch die all 
gemeine Nachfrage nach ihnen etwas erhöht wird, ist 
selbstverständlich und war niemals anders. Wenn jedoch 
gleichzeitig die feineren Tabakgattungen noch kräftiger 
oder ebenso kräftig im Preise anziehen, so ist damit außer 
Zweifel gestellt, daß nur die allgemeinen, also die Ver 
hältnisse des Weltmarktes, auf deren Gestaltung der 
Wertzoll eines einzelnen Landes entscheidende Bedeutung 
garnicht auszuüben imstande ist, eine derartige allge 
meine Preissteigerung zur Folge haben konnten?) 
*) Wie grob der mit erstaunlicher Beharrlichkeit immer 
wieder von Neuem der Öffentlichkeit zugetragene Irrtum 
ist, wonach die Preiserhöhungen für den dem Wertzoll unterliegen 
den — also ausländischen — Rohstoff besonders die billigen Gat 
tungen betroffen haben sollen, mögen die nachfolgenden Ziffern zeigen. 
Sie sind den Veröffentlichungen des Kaiserlichen Statistischen Amtes im 
4. Vierteljahrsheft 1910, S. 157, und im Reichsanzeiger vom 22. August 
1911 entnommen. Danach war auf Grund der Wertanmeldungen für 
zollzuschlagspflichtige Tabakblätter die Prciscntwickelung wie folgt:
	        
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