Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

46 Rußlands Wolframlagerstätten 
schiebt sich von S her eine Zunge kontaktmetamorpher dunkler 
Schiefer. 
Die Erzführung ist stets an Quarzgänge von verschiedener, 
oft sehr wechselnder Mächtigkeit gebunden. Maximal beträgt 
diese 1,4 m, durchschnittlich 8—25 cm. Im allgemeinen hat man 
von einer systematischen Erschürfung der Lagerstätten abge- 
sehen, so daß die ganzen Abbauversuche einen mehr ungertegelten 
zufälligen Charakter tragen, womit auch die geringe Kenntnis 
über den Verlauf und die Ausdehnung der einzelnen Gänge zu- 
sammenhängt. Namentlich trifft dieses für die Bergkuppe des 
Bukuka zu. Am Osthange der SuSanicha-Senke ist im Jahre 1917 
durch Schürfarbeiten ein mächtiger, gegen 80 m langer und 40 m 
breiter Quarzstock erschlossen worden, der wahrscheinlich eine 
Erweiterung eines flachen N—5$S streichenden Ganges bildet. 
Der Stock zeigt an einigen Punkten lagenförmige Anordnung, 
wobei der zu Greisen umgewandelte Granit mit dem Quarz parallel 
dem Hangenden wechsellagert. Nach N keilt der Stock aus, setzt 
allerdings wieder mit Anschwellungen auf, ist jedoch dort mit 
Ausnahme von Molybdänglanz erzfrei. Am Kamm zwischen den 
Tälern SuSanicha und Ozernaja wurde ferner gleichzeitig ein steil- 
stehender, 400 m langer erzführender Gang Dal’naja SuSanicha 
freigelegt, in dessen Quarz neben Wolframit noch Zinkblende ent- 
halten war. 
Was die Streichrichtung der Gänge mit Ausnahme der beiden 
zuletzt genannten Vorkommen betrifft, so ist diese für die Kuppe 
des Bukuka 310°—315°®° und 350° NW gerichtet, bei steilem, 
60°—80°%° betragendem nordöstlichen KEinfallen. Allerdings ist 
der Fallwinkel nur aus den tiefer geführten Abbauversuchen 
ersichtlich. An der Oberfläche der steilen Hänge haben sich 
durch die fortgeschrittene Verwitterung alle Schichtenköpfe voll- 
kommen umgebogen, wodurch der Anschein flacher Ganglagerung 
erweckt wird. Auch das Su8anicha-Vorkommen besitzt die gleiche 
Streichrichtung, nur fallen hier die Gänge bei ungefähr dem 
gleichen Neigungswinkel nach SW. Außerdem fehlt die Verwitte- 
rungsschicht und die damit verbundene Schichtenkopfumbiegung, 
so daß an den dortigen flachen Hängen die Steilstellung der Gänge 
ersichtlich ist. 
Die Streichrichtung aller Gänge fällt mit der Hauptklüftung
	        
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