Full text : Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen

Einkommen  höhere  Quoten  als  bisher  zur  Kapitalbildung  verwenden ­
  können.  Aber  es  ist  kein  Zweifel,  daß  auch  der  Luxus  der
großen  Massen  für  längere  Zeit  nach  dem  Kriege  eine  Einschränkung ­
  verdiente,  vor  allem  der  starke  Alkohol-  und  Tabakkonsum.
Daraus  ergeben  sich  sehr  wichtige  Aufgaben  für  die  Besteuerung,
die  bei  diesen  Genußmitteln  sehr  wohl  so  weit  gehen  könnte,  daß
sich  der  Konsum  vermindert.  Der  Einwand,  daß  auch  die  Luxusindustrien ­
  erhalten  und  nicht  zugrunde  gerichtet  werden  dürfen,  der
von  ihren  Vertretern  natürlich  erhoben  werden  wird,  kann  angesichts ­
  der  Wichtigkeit  der  Aufgabe,  zwecks  Kapitalbildung  den
Konsum  mancher  Güter  einzuschränken,  nicht  durchschlagend  fein.
Zum  Teil  wird  es  möglich  sein,  wie  jetzt  schon  im  Kriege,  diese
Industriezweige  anders  zu  beschäftigen,  zum  Teil  wird  man  suchen
müssen,  ihren  Export  zu  fördern  und  ihnen  dazu  eventuell  Unterstützungen ­
  zu  gewähren.
Die  Art  der  Besteuerung  des  eigentlichen  Luxüskonsums  soll
hier  nicht  näher  erörtert  werden.  Teils  käme  eine  allgemeine,  bis
etwa  20  o/o  gehende  Quittungssteuer  auf  alle  Gegenstände  entbehrlichen ­
  Bedarfs,  abgestuft  nach  der  Entbehrlichkeit,  in  Betracht,
wie  sie  anscheinend  von  der  Reichsregierung  beabsichtigt  wird,  teils
könnte  man  auch  daran  denken,  die  zahllosen  Vereinigungen  der
Gewerbetreibenden,  Fachvereine,  Kartelle  usw.  heranzuziehen  und
ihnen  die  Repartierung  der  auf  das  Gewerbe  nach  seinem  Amsah
aufgelegten  Summen  zu  überlassen,  wobei  die  Preisfestsetzungen
natürlich  überwacht  werden  müßten  (s.  darüber  unten).
b)  Einschränkung  des  Konsums  aller  Güter,  die  aus  eingeführten ­
  Rohstoffen  hergestellt  werden.  Dabei  muß
die  staatliche  Regelung  der  gesamten  Einfuhr  mitwirken,  über  die
wir  unten  noch  sprechen  werden  und  die  unter  allen  Amständen  fürlängere
  Zeit  nach  dem  Kriege  noch  notwendig  ist.  Auch  hier  ist  eine
Schädigung  der  betreffenden  Industrien  natürlich  iricht  ganz  zu
vermeiden.  Sie  muß  vermindert  werden  durch  staatliche  Zusammenlegung ­
  der  Betriebe,  welche  zugleich  möglichst  billige  Produktion
gewährleistet,  und  durch  Entschädigungen  an  die  stillgelegten  Anternehmungen,
  soweit  nicht  auch  hier  Ersatzproduktionen  Platz  greifen
können.  Alles  das  sind  schwierige,  aber  wichtige  Aufgaben,  zu  deren
Erfüllung  schon  jetzt  Vorbereitungen  getroffen  werden  müßten.
2.  Noch  schwieriger  ist  aber  die  zweite  Aufgabe,  die  Sorge
^ür  eine  zweckmäßige  Einkommensverteilung  im  Interesse
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