Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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Jene  für  den  Fäll  II  b:
Lp

i  =  M  +  [i

100

M-j-L.  1,0  p,  ■worin

Summe  der  jährlichen  Unkosten  X  100
Jahressumme  der  produktiven  Löhne  des  Betriebes

Die  Anwendung  der  Methoden  II  a  und  II  b  ist  nur  dann  einigermaßen ­
  gerechtfertigt 1 ),  wenn  das  Wertverhältnis  zwischen  Material
und  Lohn  eines  Fabrikates  entweder  sehr  groß  oder  sehr  klein  ist.
Wenn  eine  Unternehmung  nahezu  keine  Löhne,  also  vorwiegend
Materialkosten  verausgabt,  dann  nähert  sich  der  Betrieb  jenem  des
Warenhandels  und  der  alleinige  Aufschlag  auf  den  Materialwert
entspricht  den  tatsächlichen  Verhältnissen:  es  werden  nur  Handlungsunkosten ­
  verausgabt.  Auch  dann,  wenn  neben  der  Fabrikation
noch  Handel  mit  fertigen  Waren  oder  wenn  nur  Materiallieferungen
stattfinden,  ist  der  ausschließliche  Materialaufschlag  berechtigt.  Oden
wenn  der  Materialwert  überhaupt  nicht  in  Frage  kommt  und  nur
Löhne  bezahlt,  nur  oder  vorwiegend  Löhne  kalkuliert  werden  2 ),  wie
z.  B.  bei  Lohnarbeitern  (Bleichereien,  Färbereien,  Appreturanstalten,
Zeugdruckereien  usw.,  vgl.  §  1  Ziff.  2  des  HGB.).  Im  ersten
Fall  können  die  Kosten  durch  Zuschlag  auf  den  Materialwert,  im
zweiten  auf  die  Löhne  gedeckt  werden.
Die  beiden  folgenden  Beispiele  (Juni  1917)  geben  die  Kostenberechnung ­
  für  reine  Arbeitsvorgänge  (§  1  Ziff.  2  HGB.)  wieder;
die  Einzelteile  werden  fertig  bezogen,  nachgearbeitet,  kontrolliert,
gelehrt  und  zusammengebaut  (laboriert).  Maschinenarbeit  ist  gering,
vielfach  Stundenlohn.  Das  Beispiel  a  (Rheinland)  gibt  die  Kosten
in  Summen  an  —  der  Kostenzuschlag-  würde  243  o/o,'  betragen  —,
das  Beispiel  b  (Süddeutschland)  entspricht  der  üblichen  Methode  in
der  Metallindustrie;  die  Anlage  zu  b  läßt  die  Zusammensetzung  der
Lohnzuschläge  erkennen.

Beispiel  a:
Nettolöhne  das  Stück  67,5  Pfg.
Gehälter  für  Bureau-  und  Betriebsbeamte  .  6,8  Pfg.
Kriegsunterstützungen  3,—  „
Abschreibungen  3 ; 2  „
Unterhaltung  der  Werkzeuge  und  Maschinen  7,5  „
20,5  Pfg.
')  Vgl.  Rescei,  Dia  Kalkulationsmethoden  im  Maschinenbau.  Wien  1903,
Selbstverlag  (Sonderabdruck  aus  der  Zeitschrift  des  öster.  Ingenieur-  und
Architekten-Vereins,  1903).
a )  Die  Produktion  besteht  in  der  Bearbeitung  vorhandener  Waren,  nicht  in
der  Hervorbringung  neuer.
            
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