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finden, die es heute auf diesem Gebiet überhaupt gibt,
so wird man sie bald als verläßliche Führer erkennen.
Die Punkte, die unter ihnen kontrovers sind, sind
durchaus nicht so zahlreich und so wichtig, daß sich
nicht eine im großen und ganzen recht instruktive
Antwort gewinnen ließe, die die Grundfrage völlig
ausreichend erledigt, wenngleich so manches und
besonders die quantitative Bedeutung der einzelnen
Momente noch nicht so klargestellt ist, wie wir wohl
wünschen möchten.
Oder: Wie oft hört man die Klage, daß die
Nationalökonomen im Problem von „Freihandel und
Schutzzoll“ nicht aus und nicht ein wüßten und den
fragenden Laien ganz im Stiche ließen. Zum Teil
liegt das daran, daß der Laie in seinen Anforderungen
oft so unvernünftig ist. Derselbe Mann, der einsieht,
daß ihn sein Bankier nur in Geld- und nicht auch
in Herzensangelegenheiten beraten kann, will vom
Ökonomen oft eine Antwort, die in einem Satz alle
die Seiten des Problems, die wirtschaftlichen, politi
schen, kulturellen, ethischen usw. erledigt. Fast
ebenso unvernünftig ist es eine für alle Umstände,
Orte und Zeiten praktisch anwendbare Antwort zu
verlangen: Die Wissenschaft kann generell natürlich
nur Prinzipien des Verständnisses bieten. Aber wenn
man damit zufrieden sein will und sich an die richti
gen Leute wendet — Marshall und seine Schüler vor
allem — so wird man zwar keine einfache, sondern
eine sehr komplizierte und für zahlreiche ver
schiedene Fälle abgestufte, aber um so befriedigen
dere Antwort erhalten und mit Erstaunen entdecken,