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Forscher seine Methoden noch dem werdenden Prak
tiker gesicherte Resultate in befriedigender Weise
dargeboten werden können. Hätten die Naturwissen
schaften einen solchen Lehrbetrieb, so herrschte
Chaos auch bei ihnen. Sowie das einmal überwunden
sein wird, werden die Sozialwissenschaften nicht nur
ganz andere Fortschritte machen, sondern es wird
sich auch das, was sie bis heute geleistet haben, ganz
anders ausnehmen.
Unter der Oberfläche also sieht es nicht so
schlimm aus. Durchdringt man erst den Wirrwarr
und den Lärm, der zuerst so in die Sinne fällt, so
bietet sich ein viel erfreulicheres Bild, ein Bild ernster
und nicht erfolgloser Arbeit. Zahllose kleine Gruppen
sehen wir da auf allen den Gebieten der Sozialwissen
schaften, die alle ihre eigensten Probleme mit dem
Werkzeug spezieller, gerade nur auf diese Probleme
passender, Auffassungsweisen attaquieren und gewiß
langsam aber unaufhaltsam Boden gewinnen. Wohl
haben sie alle kaum Zusammenhang untereinander
und nicht viel Verständnis füreinander — alle diese
Historiker und Soziologen und Sozialpsychologen und
Männer „reiner“ Theorie, die alle wieder in Unter
gruppen zerfallen, von denen dasselbe gilt, wie z. B.
Wirtschafts- und Politikhistoriker, und selbst wie
Historiker einer Zeit, eines Orts, einer Materialgruppe
und Historiker einer anderen Periode, eines anderen
Landes, einer anderen Art von Material —, wohl ist
es schwer für den Laien, in jedem Fall, bei jedem
Problem und jeder Seite jedes Problems, die richti
gen Leute zu finden. Sie alle verfolgen Wege und