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gleich wohl ohne die scharfe quantitative Spitze, die
ja auch bei der reinen Ökonomie nur in der Ferne
aufblitzt.
Nur so kann und nur so wird eine jede Wissen
schaft fortschreiten, vom Punkte, an dem die heroi
sche Zeit einmal überwunden und eine neue Epoche
begonnen ist, in der der Dilettant — und sei es auch
im besten Sinne dieses Worts — seine Funktion und
mit ihr seine Existenzberechtigung verloren hat. Ob
wir uns darüber freuen sollen, daß jener Punkt für
einige Sozialwissenschaften erreicht, für andere in
Sicht ist? Darauf kann ich zunächst nur antworten,
daß es auf alle Fälle besser ist, einem unentrinnbaren
Schicksal freudig entgegenzusehen als griesgrämig.
Ferner, daß eine solche Frage bezüglich neuer Phasen
einer Wissenschaft vielleicht ebensowenig Sinn hat
als bezüglich neuer Phasen des politischen oder sozia
len Lebens: Von einem höheren Standpunkt aus ge
sehen hat jeder Tag seine Arbeit und jeder Tag sein
Licht, mag auch dem einen von uns jener, dem an
deren dieser Tag besser behagen. Aber ich hüte mich
jene Frage einfach mit Ja zu beantworten. Denn
sicher verliert die Wissenschaft etwas sehr Schönes
je weiter sie kommt auf ihrem Wege: Den Charme
des literarischen Spiels, das in unserem Fall noch
viel gewinnt durch die politischen und philosophischen
Extratouren. Und für viele muß der Übergang zu
härterem training schmerzvoll sein, vielen muß dabei
etwas entgleiten, was sie sehr wert hielten. Doch
ein paar Trostgründe kann ich bieten.
Vor allem — überschätzen wir nicht jene Flut