Full text: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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schon manch schönes Geschenk gemacht — das uns 
nur der Mißbrauch, den wir selbst damit trieben, 
verleiden kann —, von der Anthropologie haben 
wir auch einiges erhalten, Physiologie und Psycho- 
physik werden uns vielleicht ebenfalls manches 
bieten. Und viertens — so laut als jemals wird 
zwar um Methoden gestritten, aber nur an der Ober 
fläche. In den Tiefen der wissenschaftlichen Arbeit 
haben eine Eeihe von Gegensätzen in aller Stille ihre 
Schärfe, in einzelnen Pällen ihre ganze Bedeutung 
verloren. Um ein Beispiel anzuführen: Die vor 
zwanzig Jahren noch so lebhafte Theoriefeindlich 
keit hat abgeflaut und was unüberbrückbarer Gegen 
satz schien, ist reduziert auf den ja begreiflichen 
Gegensatz verschiedener Arbeitsweisen, die ver 
schieden veranlagten Geistern Zusagen und ver 
schiedene Denkgewohnheiten mit sich bringen. 
Manch hinderndes Vorurteil ist weggefallen, und wer 
heute überhaupt „kämpft“, der hat meist noch nicht 
verstanden: Das setzt viel Kraft frei, die sich früher 
im Streiten verbrauchte. 
So sind die objektiven Bedingungen eines kon 
struktiven Aufschwungs zweifellos gegeben. Seit 
langem schon fühlt man seinen Hauch. Er wird seine 
flüchtigen Triumphe und seine dauernden Erfolge 
haben und dann versagen, wie die vor ihm kamen und 
die nach ihm kommen werden. Und während der Flut 
wie während der folgenden Ebbe wird die Arbeit am 
Detailproblem auf allen Gebieten ihren Weg gehen. 
Bleiben kann — soweit überhaupt etwas bleibend sein 
kann — nur was mit ihr in Fühlung ist, was auf ihr
	        
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