33
rational — hier gehen die Anfänge auf Spinoza und
hinter ihn zurück — oder emotional — hierher gehört
die Schule des common sense und hier liegen
einige der Wurzeln der Stellung Kants in diesem
Problemkreis — oder auf Sympathie wie Adam
Smith, stets haben wir Versuche vor uns, die Tatsachen
der Ethik auf erfahrbare Erklärungsgründe
zurückzuführen. Wie die Erklärungen im Einzelnen
gelangen, ist dann bloß von sekundärer Bedeutung.
Der Weg zur Wissenschaft vom moralischen Motiv 1 ,
Verhalten und Urteil war betreten.
Daß die meisten Autoren in diesen Richtungen
noch gelegentlich nach metaphysischen Stützpunkten
suchten, berührt das Wesen ihrer Gedankengänge
nicht. Doch ist das interessant: Wie doch der
forschende Geist vor den Abgründen schaudert, an
denen die Forschung vorbei muß, wie er nur zagend
vordringt, sich gelegentlich gleichsam die Augen verbindet,
um nicht zu sehen, wo er landen muß, wie
er das Ziel oft selbst nicht will, nach dem ihn unentrinnbare
Notwendigkeiten treiben, wie er sich über die
Fortschritte, die seine eigene größte Leistung sind,
jeweils trösten muß! Genüge es, festzuhalten: Der
Strom wissenschaftlicher Entwicklung brach sich mit
Macht seinen Weg, obgleich noch mancher Felsen in
seinem Bett stehen blieb, an dem sich für lange Zeit
die Wogen umsonst abmühten.
Aber es wird nachgerade wichtig, zu betonen, daß
die wissenschaftliche Betrachtung, deren Wachsen ich
hier schildere, auch auf diesem Gebiet die im engsten
Sinn philosophische weder verdrängen kann noch
Schumpeter, Vergangenh. u. Zukunft cU Sozialwissensch. 3